Nachlese - Der neue Blick auf den Infrarot- und Radiohimmel
Prof. Dr. Franz Kerschbaum Insitut für Astronomie Wien
Herschel - seit Mitte 2009 im All - ist mit 3,5m Spiegeldurchmesser und seinen drei wissenschaftlichen Messinstrumenten PACS, SPIRE und HIFI das größte Weltraumteleskop. Doch was tun, wenn Fehler und die Behebung desselben nicht im Manual (Bedienungsanleitung) abgebildet sind?
Das erdgebundene 1:1 Modell und viele Lösungsansätze bringen endlich den lange ersehnten Erfolg.
1,5 Millionen km von der Erde entfernt beobachtet Herschel das kalte Universum. Ob staubverhüllte Phasen im Leben der Sterne oder rot verschobene Galaxien im noch jungen Universum - Herschel führt abbildende Photometrie und Spektroskopie mit nie zuvor erreichter Genauigkeit und Sensitivität im Fernen Infraroten zwischen 60 und knapp 700 Mikrometer durch und stößt für weite Bereiche der Astronomie ein wichtiges, neues Fenster in einem noch kaum erschlossenen Wellenlängenbereich auf. Vergleichsaufnahmen vergangener Missionen mit Herschelfotos zeigen den Quantensprung in der Beobachtungstechnik auf.
Die Endlichkeit des mitgeführten tiefgekühlten Heliums beschränkt die Einsatzzeit von Herschel auf 3 – 4 ½ Jahr. Durch fehlende Kühlung danach ist eine Weiternutzung nicht möglich, Herschel wird Weltraumschrott.
Etwa 5 % der Beobachtungszeit steht für österreichische Forschungsprojekte zur Verfügung. Franz Kerschbaum gab einen informativen Überblick über das Projekt und die geplanten Forschungsprojekte.
In der anschließenden Fragerunde wurden weitere Fragen aufgeworfen und beantwortet.
Franz Kerschbaum ist Professor für Astronomie in Wien mit den Schwerpunkten Sternentwicklung, Astromineralogie, Weltraumexperimente und Astronomiegeschichte.





