Erhitzen magnetische Tornados die Sonnenkorona?
Von Rainer Kayser Wirbel reichen von der Oberfläche bis in die äußere Atmosphäre der Sonne – und könnten das Rätsel der heißen Korona lösen
Simulation eines magnetischen Tornados in der Sonnen-Atmosphäre © Wedemeyer-Böhm et al. Oslo (Norwegen) - Die Korona der Sonne ist mit über einer Million Grad erheblich heißer als ihre „nur“ 6000 Grad warme Oberfläche. Woher die Energie für diese Aufheizung kommt, ist ein bislang ungelöstes Rätsel der Astrophysik. Nun präsentiert ein internationales Forscherteam einen neuen Lösungsansatz: Magnetische Tornados könnten Energie von der Oberfläche in die äußere Atmosphäre der Sonne transportieren. Über 10.000 solcher Wirbelstürme seien ständig auf der Sonne präsent, schätzen die Wissenschaftler auf Basis von Beobachtungen. Bereits vor drei Jahren hatten Sven Wedemeyer-Böhm und Luc Rouppe van der Voort von der Universität Oslo wirbelförmige Strukturen in der so genannten Chromosphäre entdeckt, in der zwischen Oberfläche und Korona liegenden unteren Atmosphärenschicht der Sonne. Gemeinsam mit weiteren Kollegen haben die beiden Wissenschaftler diese Wirbel mit dem amerikanischen Weltraum-Teleskop „Solar Dynamics Observatory“ genauer unter die Lupe genommen. Die jetzt im Fachblatt „Nature“ veröffentlichten Ergebnisse dieser Beobachtungen zeigen, dass die magnetischen Tornados von den Oberflächenschichten der Sonne bis in die Korona reichen.
Aufgespürt: Ein Ozean unter der Oberfläche des Saturnmonds Titan
Von Rainer Kayser Störungen der Bahnbewegung der Raumsonde Cassini verraten eine mehrere hundert Kilometer tiefe Schicht aus flüssigem Wasser - Forscher sehen aber keine Chance für Leben auf dem Himmelskörper
Der innere Aufbau von Titan: Unter einer Atmosphäre und einer Oberfläche, die reich an organischen Stoffen sind, liegt ein etwa 100 km dicker Eispanzer. Darunter verborgen ist ein mehrere 100 km tiefer Ozean. Darunter folgt wiederum eine dicke Schicht aus Eis und schließlich der felsige Kern des Mondes © A. Tavani Rom (Italien) - Verborgen unter einem einhundert Kilometer dicken Eispanzer besitzt der Saturnmond Titan einen mehrere hundert Kilometer tiefen Ozean. Das zeigen extrem genaue Messungen der Bahnbewegung der Raumsonde Cassini durch ein italienisch-amerikanisches Forscherteam. Doch im Gegensatz beispielsweise zum Jupitermond Europa sehen die Wissenschaftler keine Chance dafür, dass es im Ozean von Titan Leben gibt. Denn der Grund des Ozeans besteht aus kaltem Eis und liefert daher weder Nährstoffe noch Energie, so die Forscher im Fachblatt „Science“.
Kosmologie: Wo ist das Urknall-Lithium?
Von Rainer Kayser Heißes Gas um Schwarze Löcher produziert zusätzliches Lithium und verschärft so ein astrophysikalisches Rätsel
Stellares Schwarzes Loch saugt Materie von einem nahen Stern an (künstlerische Darstellung) © NASA/CXC/M.Weiss Stockholm (Schweden)/München - Seit drei Jahrzehnten zerbrechen sich Astronomen den Kopf darüber, warum es im Kosmos weniger Lithium gibt, als theoretisch beim Urknall entstanden sein sollte. Die Untersuchung eines Forscherduos aus Schweden und Deutschland verschärft das Problem nun weiter: In extrem heißem Gas, das um Schwarze Löcher rotiert, entsteht zusätzliches Lithium. Wo also ist all das Lithium, fragen die Wissenschaftler im Fachblatt „Physical Review Letters“. „Lithium ist eines der wenigen Elemente im Kosmos, deren Häufigkeit entscheidend durch die Nukleosynthese beim Urknall beeinflusst wurde“, erläutern Fabio Iocco von der Universität Stockholm und Miguel Pato von der Technischen Universität München. In den ersten Minuten nach der Entstehung des Universums war die Materie so heiß, dass durch Fusionsprozesse aus Protonen und Neutronen das Wasserstoff-Isotop Deuterium, Helium und in kleinen Spuren auch Lithium entstehen konnten.
Magnetfeld bremst Sterne ab
Wissenschaftler haben in Theorie und Laborexperiment einen magnetischen Effekt nachgewiesen, der erklären könnte, warum einst sonnenähnliche Sterne sich am Ende ihres Lebens viel … Die Forscher des Leibniz-Instituts für Astrophysik Potsdam (AIP) haben das Magnetfeld der Sterne zunächst im Computer simuliert und dann mit Ergebnissen eines speziellen Experimentalaufbaus verglichen, der im Helmholtz-Zentrum Dresden-Rossendorf (HZDR) realisiert worden ist. Ziel und Erfolg des Experiments war es nachzuweisen, dass ab einer kritischen Magnetfeldstärke eine theoretisch bekannte und vorhergesagte Instabilität des Magnetfeldes tatsächlich auftritt. Dieser magnetische Effekt kann das Plasma im Inneren eines Sterns zähflüssiger machen und dadurch seine Rotationsgeschwindigkeit stärker verringern.
http://www.aip.de/de/aktuelles/scientific-highlights/magnetfeld-bremst-sterne-ab
Die ESO beschließt Bau des weltgrößten optischen Teleskops
Die ESO wird das größte Teleskop der Welt für sichtbares und infrarotes Licht bauen. Auf seiner heutigen Sitzung in Garching hat der ESO-Council das European Extremely Large Telescope (E-ELT) Programm vorbehaltlich der Bestätigung von vier sogenannten ad referendum-Stimmen beschlossen. Das E-ELT soll Anfang des nächsten Jahrzehnts seinen Betrieb aufnehmen.
Bisher fernste Galaxie erspäht
Foto: naoj Mit SXDF-NB1006-2 wurde die bisher fernste Galaxie am Nachthimmel aufgespürt. Rechts sind die eingefärbten Kombinations-Beobachtungen des Subaru-Teleskops zu sehen. In der Bildmitte befindet sich die fernste Galaxie (rot). Links unten ist ein Ausschnitt der rechten Bildmitte vergrößert, links oben ist die Galaxie weiter vergrößert zu sehen.
Forscher sehen die Galaxie zur Zeit der kosmischen Dämmerung - Beobachtung gelang mit Hilfe des Subaru- und des Keck-Teleskops Hilo - Japanische Forscher haben die bisher fernste Galaxie am Nachthimmel aufgespürt. Das Sternsystem ist 12,91 Milliarden Lichtjahre von der Erde entfernt und stammt vom Ende des Dunklen Zeitalters im jungen Universum, wie das Subaru-Observatorium in Hilo auf der Insel Hawaii am Montag mitteilte. Die Entdeckung der Astronomen um Takatoshi Shibuya von der japanischen Graduate University for Advanced Studies soll in einer der kommenden Ausgaben des Fachblatts „The Astrophysical Journal“ erscheinen.
http://derstandard.at/1338558620962/Astronomie-Bisher-fernste-Galaxie-erspaeht
Erstaunliche elektromagnetische Phänomene auf dem Mond
Der Mond mag auf den ersten Blick grau und langweilig erscheinen. Doch neue Messungen zeigen, dass der Erdtrabant eine turbulente Erscheinung ist – zumindest, was seine Wirkung auf den Sonnenwind betrifft. Wie Forscher um Andrew Poppe berichten, ist der Mond von Elektronenstrahlen und Ionen-Springbrunnen umgeben. Bereits zehntausend Kilometer über der Oberfläche erzeugt er Wellen und Riffel im stetigen Teilchenstrom der Sonne. Da der Mond kein eigenes Magnetfeld besitzt, hatten Astronomen bislang angenommen, dass der Sonnenwind ungebremst auf die Oberfläche prallt. Bei der Erde ist das anders: Das starke Magnetfeld unseres Planeten lenkt die elektrisch geladenen Teilchen der Sonne ab. Durch den Ansturm des Sonnenwindes wird die Magnetosphäre auf der sonnenzugewandten Seite der Erde zusammengedrückt, während sie auf der Nachtseite weit ins Weltall hinausragt. Der Mond, so hieß es bislang, habe keinen solchen Schutzschild.
Private Raumkapsel "Dragon" im Pazifik gelandet
Die Reise des ersten privaten Raumtransporters zur Internationalen Raumstation ISS hat ein erfolgreiches Ende gefunden. Die sechs Tonnen schwere unbemannte Weltraumkapsel „Dragon“ landete am Donnerstagnachmittag MESZ wie geplant im Pazifik vor der südkalifornischen Küste, teilte das US- Unternehmen SpaceX mit.













