Vereinsabend Juni 2018

Nachlese

Vereinsabend

Freitag, 08.06.2018

Marktgemeinde Michelbach
Im Altertum Teil der Provinz Noricum, wurde die Gemeinde 1124 erstmals als Michilpach erwähnt. Während der Ersten Wiener Türkenbelagerung wurde ein Großteil des Ortes verwüstet, 1541 von der Pest heimgesucht, folgten weitere Epidemien in den Jahren 1574 und 1583, die vielen Opfer fehlten in der Landwirtschaft und brachten viele Grundbesitzer und Bauern in große Not. Bei der Zweiten Türkenbelagerung verloren 274 Menschen aus Michelbach ihr Leben, die Pfarrkirche wurde dem Erdboden gleichgemacht, ab 1708 wurde eine neue Kirche errichtet.
Ab 1710 siedelten sich neue Leute an und bauten die Dörfer neu auf, den einzelnen Häusern wurden 1787 Konskriptionsnummern zugeteilt. Die Napoleonischen Kriege überstand Michelbach unversehrt. 1921 richtete ein Hochwasser in Michelbach große Schäden an, aus dem 2. Weltkrieg kehrten 72 Soldaten nicht mehr zurück.
Heute leben 918 Einwohner (Stand 31.10.2016) auf einer Fläche von 24,95 km² in den 8 Katastralgemeinden Finsteregg, Gstetten, Kleindurlas, Kropfsdorf, Mayerhöfen, Michelbach Dorf, Michelbach Markt und Untergoin. Vereine beleben das Gemeindeleben mit zahlreichen Aktivitäten. Geprägt hauptsächlich von Land- und Forstwirtschaft, wächst hier die Elsbeere, die in zahlreichen Varianten weiterverarbeitet wird.
Gut erschlossene Wanderwege ziehen Besucher an.
So führt der Michelbacher Sternwarteweg auf 2 verschiedenen Routen (Variante 1 – 8,5 km, rund 3,5 Stunden Gehzeit; Variante 2 – 12,6 km, rund 4 3/4 Stunden Gehzeit) auch an der Sternwarte vorbei.
Der Michelbacher Most- und Köhlereiweg (4 km, 1,5 Stunden Gehzeit, leichter Wanderweg) führt von einem aktiv betriebenen Kohlenmeiler zu einem Mostheurigen.

Und vor unserem Vereinsabend trafen einander 15 Mitglieder bei der Wald Köhlerei Hochecker, Kleindurlas 13, 3074 Michelbach, wo uns Frau Theresia Hochecker Wissenswertes über die Produktion von Holzkohle im neu errichteten Köhlerhaus vermittelte.
Die Familie Hochecker betreibt neben Landwirtschaft und Viehhaltung (Milchwirtschaft) auch Forstwirtschaft. Das bei der Durchforstung des Waldes anfallende gemischte Holz (Buche, Eiche, Birke, Fichte, Tanne) wird für die Erzeugung von Holzkohle, seit jeher ein traditionell, bäuerliches Nebengewerbe, genutzt und selbst vermarktet. Früher wurde Holzkohle für die Eisenindustrie benötigt, heute wird sie fast nur mehr zum Grillen verwendet.
In einer der letzten Köhlereien Österreichs wurde uns die Produktion und Entstehung der Holzkohle, in die die gesamte Familie eingebunden ist, mit einer Power-Point-Präsentation erklärt und mit einem Film augenscheinlich gemacht.
Auf einem „Kohlgrubn“ bezeichneten Platz werden etwa 1 m lange Holzstücke zu einem Holzstoß in drei Etagen aufgeschichtet, mit frischem Reisig („Grass“) wird der Meiler behängt, mit der „Lösch“ (Gemisch aus Erde, Sand, Asche und Holzkohlenresten) wird er abgedeckt und danach mit Holzkohlenstücken in einem mittig angebrachten Rohr angezündet. Holzkohle entsteht durch „trockene Destillation“, also durch Erhitzen unter Luftabschluss (Holzverschwellung); dieser Vorgang dauert etwa 4 Wochen.
Zum Abschluss konnten wir in der „Kohlgrubn“ neben dem bereits zum Abbau der Holzkohle bereiten Meiler auch einen rauchenden Kohlenmeiler sowie die zum Abfüllen in Säcke fertige Holzkohle direkt vor Ort besichtigen.
2011 wurde das Handwerk der Köhlerei in das Verzeichnis des immateriellen Kulturerbes in Österreich aufgenommen, die Familie Hochecker ist stolz darauf, ein lebendiger Teil dieses Erbes sein zu können.

Nähere Infos über die Familie Hochecker und die Produktion von Holzkohle sind nachlesbar unter https://www.holzkohle.at/Koehlerei/Willkommen.html

Beim Eintreffen auf dem Sternwartegelände wurde bereits fleißig gegrillt. Fleisch und Gemüsestücke wurden aufgelegt, angeregte Gespräche an den Tischen sorgten für eine entspannte Atmosphäre. Einige Damen haben uns mit mitgebrachten Kuchen erfreut und verwöhnt – DANKE für diese Aufmerksamkeiten.

Die Teilnehmer an der Namibia-Reise auf die HAKOS-Farm waren vollzählig anwesend, über ihre Eindrücke konnten wir uns austauschen und mit eigenen Erfahrungen vergleichen. Unvergesslich für uns bei vergangenen Aufenthalten die Fahrt auf den Gamsberg, wurden dieses Jahr das H.E.S.S.-Teleskop und eine Nashornfarm besucht. Und natürlich kam die Beobachtung und die Astrofotografie nicht zu kurz, die Objekte des Südsternhimmels und die Milchstraße beeindruckten, wir freuen uns über einen Bericht über diese Namibia-Reise an einem der nächsten Vereinsabende.

Im Vortragssaal präsentierte Peter das neu installierte elektronische EVVA-Schließsystems AirKey, das sich – je nach Wunsch – sowohl mit hochsicheren NFC-Smartcards als auch bei Nutzung von Smartphones mittels AirKey-App bedienen lässt.
NFC-Smartcards wurden ausgegeben bzw. die Zutrittscodes via Smartphopne aktiviert.
Für die Aktivierung der persönlichen Zugangsberechtigung werden Vorname, Zuname und – bei Smartphonenutzung – die Mobilphonenummer des jeweiligen Nutzers eingepflegt.
Auszug aus der Website https://www.evva.com/at-de/produkte/elektronische-schliesssysteme-zutrittskontrolle/airkey, in der auch die Datenschutzbestimmungen und die Funktion des Systems nachgelesen werden kann.

AirKey erfüllt EU-Datenschutzverordnung
AirKey erfüllt schon heute, vor Einführung der EU-Datenschutzverordnung, die mit Mai 2018 geltend wird, die strengen Datenschutzrichtlinien. Gemeinsam mit dem anerkannten Datenschutz-Experten Dr. Christof Tschohl wurde AirKey zum datenschutzfreundlichsten Zutrittssystem entwickelt.

Da der Himmel zuzog, entfiel die geplante gemeinsame Beobachtungsnacht.

Insgesamt nahmen 35 Mitglieder, Familienangehörige und Kinder inkludiert, an diesem Vereinsabend teil.

VORSCHAU
ANTARES-VEREINSABEND
Freitag       13.07.2018

Grillen, plaudern, beobachten – ALLE Mitglieder (mit Familie, Freunden, Bekannten) sind dazu herzlich eingeladen!
Grillgut bitte selbst mitnehmen, Getränke sind vorrätig!

Sternwartegelände Michelbach
Treffen ab 18:00 h
19:00 h       Begrüßung, Vereinsnachrichten
Grillerei
Ab 20:00 h  Kein Vortrag geplant
Zeit rund um Neumond
Gemeinsame Beobachtung geplant

Wir freuen uns wieder über die Teilnahme zahlreicher Mitglieder, die diesen Abend gemeinsam verbringen wollen.