Vereinsabend 11.11.2022

ANTARES-VEREINSABEND
Freitag 11.11.2022

Der Verein ANTARES NOE AMATEURASTRONOMEN veranstaltet jeden zweiten Freitag im Monat seinen monatlichen Vereinsabend.
Ein Vortrag mit einem astronomischen Thema, gemütliches Beisammensein, Erfahrungsaustausch und die PRÄSENTATION von ASTROFOTOS unserer Mitglieder sind fester Bestandteil dieser Vereinsabende.
BESUCHER sind HERZLICH WILLKOMMEN! EINTRITT FREI!!!

Gasthof Leo GRAF
Bahnhofplatz Süd – 7
3100 St. Pölten

Treffen ab 18:00 h
19:00 h Begrüßung, Vereinsnachrichten
19:30 h Dr. Paul Beck
Karl-Franzens-Universität Graz
Wie Großobservatorien funktionieren und wie man Zugang zu einem Weltraumteleskope bekommt
– vom Beobachtungsantrag bis zum fertigen Datenprodukt

Vortragender

Dr. Paul Beck

Dr. Paul Beck ist Research lecturer zum Thema stellare Astrophysik an der Universität Graz. Nach seinem Diplom in Astronomie der Universität Wien ging er für sein Doktorat an die Universität Leuven in Belgien. Es folgte ein PostDoc bei der Französischen Atomenergiebehörde in Paris-Saclay. Ein Juan-de-la-Cierva Forschungsstipendium der Spanischen Regierung brachte ihn an das Instituto de Astrofisica de Canarias auf Teneriffa. Das IAC ist die Trägerorganisation der Sternwartenkomplexe auf Teneriffa und La Palma, welche in ihrer Gesamtheit das größte Observatorium in Europa sind.

 

Seine Forschung basiert zum größten Teil auf Daten, welche durch bodengebundene Teleskope oder Satellitenteleskope wie NASA Kepler, NASA TESS oder BRITE constellations. Paul hat etwa 200 Beobachtungsnächte auf Großsternwarten auf den Kanaren, Chile, Texas, Südafrika und Japan mit unterschiedlichsten Messmethoden gesammelt. Er ist Mitglied des Executive BRITE Science Team (BEST), welches auch die ersten österreichischen Satelliten steuert.

Mehr zu Paul’s Forschungsarbeiten und Lehre finden sie auf www.paul-beck.com.

 

THEMA

Wie Großobservatorien funktionieren und man Zugang zu einem Weltraumteleskope bekommt

– vom Beobachtungsantrag bis zum fertigen Datenprodukt

Fast eine jede und jeder Astronomieinteressierte kennt die Bilder von großen internationalen Observatorien, sei es Paranal in Chile, den Observatorien auf Hawaii oder auf den Kanaren. Wer diese Großkomplexe, oft in bezaubernder Natur, besucht, bekommt einen ersten Eindruck über die gewaltigen Maschinen, die sich Teleskop nennen. Diese weißen Kuppeln sind das Sinnbild der Hochtechnologie, die mit der experimentellen Astrophysik verbunden wird.

 

Oft findet der touristische Besuch zu Zeiten statt, an denen die Astronomen nach einer langen Beobachtungsnacht noch schlafen. Ebenso im Verborgenen wie die Astronomen selbst bleibt oft auch, wie diese Zugang zu diesen Gerätschaften bekommen. Denn während die Entscheidung zum Ausflugsbesuchs eines Observatoriums vielleicht erst am Urlaubstag davor fällt, planen Astronomen diese Reise bereits für fast ein Jahr im Voraus und reisen teilweise um den halben Globus. Ein strenges Prozedere von wettbewerbsmäßiger Antragsstellung und Qualitätskontrolle soll dafür sorgen, dass nur die besten Forschungsvorhaben Zeit auf den Teleskopen bekommen. In diesem Zusammenhang werden wir uns die Frage stellen, was eigentlich eine wissenschaftliche astronomische Messung ist. Welche Analyseschritte benötigt es in Folge und wie lange dauert es bis nach der Sammlung der Daten auch eine wissenschaftliche Publikation entstehen kann. Und darf der Astronom, der um die halbe Welt geflogen ist, das Teleskop überhaupt steuern?

 

Aber auch wie der Alltag auf einem Observatorium und der angeschlossenen Residencia geregelt ist werden wir diskutieren und besprechen, wie die Kommunikation zwischen den nachtaktiven Astronomen und tagesaktiven Techniker und Köchen funktioniert. Auch werden die sternklaren Nächte, atemberaubend schönen Sonnenaufgang- und Untergänge und die Jagd nach dem besten Signal-Rausch-Verhältnis nicht unerwähnt bleiben.

 

Nicht viel anders verhält sich die Organisation eines Weltraumteleskops. Auch wenn der Astronom (leider) nicht zum Beobachten an das Gerät fliegen kann, sondern an seinem Schreibtisch auf das Eintreffen der neuen Daten wartet.

Wir freuen uns über euer Interesse und über zahlreiche Besucher.

Gerhard KERMER
ANTARES-Vorsitzender
Öffentlichkeitsarbeit und Führungen
M 0664 73122973
E gerhard.kermer@aon.at
I https://www.noe-sternwarte.at
ZVR 621010104