Vereinsabend April 2019

NACHLESE
Vereinsabend
Freitag, 12.04.2019

Wir trauern um Prof. Hermann Mucke und DDr. Thomas Posch.
Prof. Hermann Mucke, langjähriger Leiter des Astronomischen Büros in Wien und Initiator des „Sterngartens“ am Georgenberg in Wien-Liesing, hat Menschen für Astronomie begeistert und war Wegbegleiter für viele Hobbyastronomen.
DDr. Thomas Posch, Institut für Astrophysik Wien, seine Fachbereiche waren Astromineralogie, die Erforschung von Massenverlustprozessen, die Naturphilosophie, die Astronomiegeschichte, die Erhaltung des Nachthimmels und die astronomische Öffentlichkeitsarbeit, war kurzzeitig auch ANTARES-Mitglied.
Beide Herren haben Vorträge bei unseren Vereinsabenden gehalten.
Nach einer Schweigeminute begrüßte Gerhard Kermer etwa 20 Mitglieder zu diesem Vereinsabend.

Die Führungssaison wurde Ende März erfolgreich gestartet, bei 3 Führungen konnten wir mehr als 100 Besucher begrüßen. Vorerst ein DANKE an die Führungsmannschaft, die mit ihrem Engagement und ihrem Wissen zu diesem Erfolg beiträgt; wir wollen alle Mitglieder zu diesen Führungen einladen, sei es als Teil des Führungsteams, sei es als Besucher! Ein dunkler Nachthimmel garantiert beste Beobachtungsbedingungen!

Die Geländeumwidmung wurde genehmigt, die Einreichpläne für das Bauvorhaben „Geländeerweiterung“ werden noch um die behördlichen Vorgaben ergänzt; nach Erteilung der Baugenehmigung ist ein Baubeginn ab etwa Anfang Mai wahrscheinlich.
Die vereinsinterne Kommunikation über die einzelnen Baufortschritte erfolgt an den Vereinsabenden und wird in den Nachlesen für alle Mitglieder dokumentiert.
Allfällige weitere Fragen werden gerne persönlich von Peter und mir beantwortet.

Wolfgang Pröll, ANTARES-Mitglied, hat 2 Bücher verfasst, in denen er sich Gedanken über die Vergänglichkeit und das Wesen der Zeit gemacht hat. Diese hat er an diesem Vereinsabend vorgestellt.
Diese beiden Bücher sind über den Buchhandel bestellbar, Lieferung erfolgt nach wenigen Tagen!

BUCHTIPPS
Alles fließt
Ein Roman über die Vergänglichkeit
Glauben Sie, dass alle Dinge vergänglich sind, das alles fließt (wie Heraklith sagt) –oder daran, dass es doch etwas Beständiges in der Welt gibt?
Eine Studentin und ein junger Schriftsteller beschäftigen sich an einem stillen See mit dieser Frage, bis eine Katastrophe passiert.
Verlag BoD – Books on Demand, Norderstedt
https://www.bod.de
226 Seiten
ISBN 9783848214419

Grüße vom Zeitgeist
Haben Sie Zeit? Wissen Sie, was Zeit eigentlich ist?
In diesem Roman versucht ein junger Architekt diese Frage zu lösen, indem er kreuz und quer durch Europa reist und Stätten besucht, an denen er Hinweise auf das Phänomen der Zeit erhofft. Daneben sucht er nach seiner verschwundenen Liebe.
Verlag BoD – Books on Demand, Norderstedt
399 Seiten
ISBN 9783734734946

Skypen mit Paul – Paul Beck berichtet über seine Forschungsbereiche
Das wäre der nächste Tagespunkt gewesen;
Da Univ.-Prof. Dr. Gerhard Hensler, Institut für Astrophysik Wien, Universität Wien, gesundheitsbedingt absagen musste, wird sein Vortrag “Zwerggalaxien – die idealen Laboratorien zum Verständnis astrophysikalischer Prozesse“ an einem noch zu vereinbarenden Termin nachgeholt.
Paul berichtete über seinen im März erfolgten Wechsel vom Instituto de Astrofisica de Canarias, La Laguna, Tenerife, an die Universität Graz, Institut für Physik, Naturwissenschaftliche Fakultät, wo er neben seiner Forschungstätigkeit in den nächsten 5 Jahren auch der Lehrtätigkeit nachkommt. Wir wünschen ihm dafür VIEL ERFOLG!

Wir danken Paul auch dafür, dass er spontan für einen Vortrag über „NASA TESS and its
ride on a Falcon9“ an diesem Abend zugesagt hat.
“TESS“ (Terrestrial Exoplanet Survey Satellite), eine NASA-Mission zur Entdeckung von Exoplaneten mittels Transitmethode, gestartet am 18.04.2018 von Cap Canaveral mit einer Falcon 9, erreichte nach einem zwei Monate andauernden komplexen Flugmanöver mit einem Swing-by am Mond die geplante Erdumlaufbahn.
Das Weltraumteleskop KEPLER beobachtete in einem festen Ausschnitt des Sternenhimmels mit ca. 190.000 Sternen im Sternbild Schwan im Bereich zwischen 300 und 3000 Lichtjahren überwiegend Rote Zwerge zwecks Entdeckung extrasolarer Planeten mittels Transitmethode. Besondere Zielsetzung war die Auffindung vergleichsweiser kleiner Planeten (wie unsere Erde oder kleiner) und damit auch potenziell bewohnbarer („habitabler“) extrasolarer Planeten.
TESS verwendet zwar ebenso wie KEPLER die Transitmethode zur Entdeckung von Exoplaneten, der Fokus liegt jedoch auf deutlich helleren Sternen, die unserem Sonnensystem am nächsten sind. Mit einer Durchmusterung von etwa 85% des Himmels werden hauptsächlich sonnenähnliche Sterne der Typen G, K und M mit einer Helligkeit bis zu 12 mag in einer Entfernung zwischen 30 und 300 Lichtjahren beobachtet. Es wird mit mehreren tausend Planetenkandidaten gerechnet, wovon 300 in der Größenordnung der Erde sein sollen.
Ausgestattet mit 4 x 10cm- Weitwinkelteleskopen und zugehörigen CCD-Detektoren folgt nach der Durchmusterung der südlichen Hemisphäre im ersten Betriebsjahr die nördliche im zweiten Jahr. Die Rohdaten sollen im Intervall von 13,7 Tagen zur Erde geschickt werden.

Im zweiten Teil seines Vortrags ging Paul auf Elon Musk ein, der mit seinen Visionen die Menschheit mittels sauberer Energie und Elektroautos verbessern möchte.
Neben seinem sehr aggressiven Führungsstil nutzt er vorwiegend eigenes Geld, um Investoren zu vermeiden.
PayPal, SolarCity sowie Tesla sind einige seiner Firmengründungen.
Mit seinem Raumfahrtunternehmen SpaceX möchte er Menschen auf den Mond und zum Mars bringen. Um die Rakete Falcon 9 wiederverwertbar zu machen und somit Kosten einzusparen, soll diese senkrecht auf einem autonomen Drohnenschiff landen.
Gegenüber den von der NASA konzipierten Raumschiffen sind die Falcon-Raketen kostengünstiger zu betreiben, diese werden bereits als Versorgungseinheiten für Flüge zur ISS genutzt.
Falcon 9 kann 22.800 kg in den erdnahen Orbit und 5.500 kg, mit voller Schubkraft 8.300 kg in eine geostationäre Umlaufbahn bringen.
Jeffrey „Jeff“ Preston Bezos, ein US-amerikanischer Unternehmer und Investor und Gründer des Onlineversandhändlers Amazon, gründete 2000 das Raumfahrtunternehmen „Blue Origin“, das wiederverwendbare Trägersystemen und Raumfahrzeuge, die senkrecht starten und landen, um Menschen an den Rand des Weltraums zu befördern, entwickelt.

Fritz berichtete noch über ein erstmals mittels Radioastronomie aufgefundenes „Schwarzes Loch“ und über die von ihm geplante Beobachtung von Pulsaren mittels Radioastronomie.

An einer Lösung zur Wiederinstandsetzung der Montierung des Hypergraphen zur Nutzung für Astrofotografie wird gearbeitet.

Der weitere Verlauf des Vereinsabends nahm seinen gewohnten Verlauf, er gehörte unseren Mitgliedern: Persönlicher Austausch, Fachgespräche, Astrofotos, kurze Besprechungen zu Vereinsterminen oder einfach nur privat plaudern. Dieser Mix macht jeden unserer Vereinsabende zu einem gelebten Fixpunkt in unserem Vereinsleben.

VORSCHAU
Vereinsabend Freitag, 10.05.21019
19:00 h Begrüßung, Vereinsnachrichten
19:10 h Naturfotografie mit Samuel
Samuel Schnierer ist Hobby-Astronom und begeisterter Naturbeobachter
19:30 h Dr. Theresa LUEFTINGER
Institut für Astrophysik der Universität Wien
Die Sonne, andere Sterne und ihr Einfluss auf die Entstehung
von lebensfreundlichen Planeten

Vereinsabend Freitag, 14.06.2019
Vor der Vereinsgrillerei
16:00 h Brauerei Hainfeld
Brauereiführung
Anmeldung bei Gerhard Kermer ab sofort möglich

Gerhard KERMER
Vorsitzender
Öffentlichkeitsarbeit und Führungen
M 0664 73122973
E gerhard.kermer@aon.at

Vereinsabend März 2019

NACHLESE
Vereinsabend
zeitgleich außerordentliche Generalversammlung und Vorstandswahl
Freitag, 08.03.2019

In der außerordentlichen Generalversammlung und Vorstandswahl wurden mit Stimmenmehrheit Gerhard Kermer als Vorsitzender und Peter Messerer als Stellvertreter bestätigt; Gerhard Zartl ist Kassier, Roland Muttenthaler sein Stellvertreter; Jürgen Stapf übernimmt die Funktion des Schriftführers, Manfred Hackl die seines Stellvertreters.
Als Fachbereichsleiter ist Peter Messerer Sternwarteleiter und Projektleiter Sternwarteausbau, Wolfgang Aron betreut das Projekt VisBeo (Objekt-Dokumentation Visuelle Beobachtung), Jürgen Stapf ist zuständig für Mitgliederschulung und ist Koordinator Beobachtungstermine, Gerhard Kermer ist verantwortlich für Führungen und Öffentlichkeitsarbeit.
Martin Kainz und Maga. Barbara Trinkl wurden als Rechnungsprüfer gewählt.

Besonders erfreulich ist, dass der Bescheid für die Geländeumwidmung eingelangt ist. Nach der Baugenehmigung wird das Bauvorhaben in Angriff genommen.

In einem etwa 20-minütigen Vortrag berichtete Bernhard Burger, ANTARES-Mitglied, über seine Erfahrungen mit Astrofotografie auf ROBOTIC-Sternwarten: beruflich viel unterwegs, kann er aus Teleskopen unterschiedlicher Größe und einer Anzahl von auch auf der Südhalbkugel liegenden Beobachtungsorten auswählen, der Preis richtet sich nach Teleskopgröße, die Ergebnisse sind sehenswert.

Über „Gravitationswellen aus der Sicht eines Physikers“ berichtete im Anschluss Kurt Descovich, Hobbyastronom und Redakteur des Rundschreibens „sonne+zeit“ der GSA.
Kurt Descovich, geb. 30.09.1945, besuchte von 1959-1964 das TGM Wien 9 (Motoren- und Kraftfahrzeugbau); nach der Ableistung des Präsenzdienstes (Einjährig Freiwilliger, Pioniere und Hubschrauber-Bodenmannschaft) studierte er von 1965-1972 an der TU Wien Theoretische Physik (Prof. Hittmair), 1969 trat er in die Fa. Medek & Schörner (Präzisionsmechanik und Elektronik (heute „Mechatronik“), Erzeugung von Maschinen für die Kabelindustrie) ein, deren Geschäftsführer er in den Jahren 1985-2012 war.
Mit gelegentlichen Vorträgen („Führungen“) an der Kuffner-Sternwarte in Wien ab 1998 erfolgte sein Einstieg in die (Hobby-) Astronomie.
Nach dem Bau einer Sonnenuhr in Allentsteig im Jahr 2009 kam er in Kontakt mit Walter Hofmann und wurde Mitglied bei der 1990 von Karl Schwarzinger gegründeten GSA (Gonomonicae Societas Austriaca = Arbeitsgruppe Sonnenuhren im Österreichischen Astronomischen Verein), ab 2010 ist er Redakteur des zweimal jährlich erscheinenden Rundschreibens „sonne+zeit“ der GSA.
Seit 2009 Mitglied bei der Waldviertler Astronomischen Gesellschaft (WAG), die in Höhenberg, nahe der tschechischen Grenze, eine Sternwarte betreibt, hat Kurt Descovich immer Freude mit astronomischen, physikalischen und mathematischen „Fingerübungen“ – er ist lieber Theoretiker als praktisch beobachtender Astronom.

Bereits von Albert Einstein in seiner Allgemeiner Relativitätstheorie vorhergesagt, dass Energie in Form von Gravitationswellen von beschleunigten Massen ausgestrahlt wird, hat Einstein aber wegen ihres äusserst geringen Einflusses auf die Raumgeometrie (relative Längenänderungen 10-21!) daran gezweifelt, dass Gravitationswellen jemals nachweisbar sein würden.
Das Thema von Kurt Descovichs Vortrag war „Gravitationswellen aus der Sicht eines Physikers“, wo er auf die Herausforderungen für den Nachweis dieser Gravitationswellen einging.
Voraussetzung für den Nachweis von Gravitationswellen ist, dass die Massen groß sind und ihre Beschleunigung beträchtlich ist; das ist beim Verschmelzen von zwei Neutronensternen oder Schwarzen Löchern gegeben!
Zu Lebzeiten Einsteins waren diese technischen Möglichkeiten zum Nachweis nicht gegeben; bereits in den 1960er Jahren wurde versucht, mittels Resonanz-Zylindern Gravitationswellen zu messen, in den 1970er Jahren wurde die Möglichkeit der Verwendung von Interferometern für diese Suche realisiert.
Einen indirekten Hinweis auf die Existenz dieser Wellen gab es durch den im Jahre 1974 von Russell Hulse entdeckten Doppelpulsar PSR 1913+16. Die Variationen in der Umlaufbahn dieses Doppelsystems stimmten exakt mit den Vorhersagen der Allgemeinen Relativitätstheorie zur Abstrahlung von Gravitationswellen überein. 1993 erhielt Russell Hulse für diese Entdeckung den Nobelpreis für Physik.
Am 14.09.2015 gelang der internationalen LIGO-Gruppe erstmals der erste Nachweis eines Gravitationswellen-Signal („GW 150914“)!
LIGO (Laser Interferometer Gravitational-Wave Observatory / Laser-Interferometer Gravitationswellen-Observatorium) besteht aus zwei Observatorien, deren Hauptaufgabe ist die direkte Messung von Gravitationswellen kosmischen Ursprungs.
Die beiden LIGO-Observatorien befinden sich, etwa 3000 km voneinander entfernt, in Hanford (Washington) und in Livingston (Louisiana); das Licht benötigt für die Strecke zwischen den beiden Stationen benötigt 10 ms. Da sich Gravitationswellen mit Lichtgeschwindigkeit ausbreiten, kann aus dem Laufzeitunterschied zwischen mindestens drei in diesen Observatorien gemessenen Signalen auf die Position der eigentlichen Quelle am Himmel geschlossen werden. Außerdem können dadurch zahlreiche irdische, sich langsamer ausbreitende Störungen (wie Vibrationen, entfernte Erdbeben etc.) ausgeschlossen werden.
Jedes Observatorium besitzt ein L-förmiges Ultrahochvakuumsystem mit einer Schenkellänge von jeweils vier Kilometern, in dem ein Laser-Interferometer untergebracht ist. Das Observatorium in Hanford besitzt ein zweites, im selben Vakuumsystem untergebrachtes Interferometer mit einer Schenkellänge von zwei Kilometern.
Ursprünglich 1992 von Kip Thorne, Ronald Drever (Caltech) und Rainer Weiss (MIT) gegründet, beschäftigt das LIGO-Projekt inzwischen hunderte Wissenschaftler in über 40 Instituten weltweit.
Das Max-Planck-Institut für Gravitationsphysik (Albert-Einstein-Institut), Hannover, arbeitet sehr eng mit dem Institut für Gravitationsphysik der Leibniz Universität Hannover zusammen. Beide Institute spielen eine führende Rolle bei der Entwicklung der Gravitationswellenastronomie. Die Konstruktion, der Betrieb und die Weiterentwicklung des Gravitationswellen-Detektors GEO600 in Zusammenarbeit mit dem globalen Netzwerk der anderen großen Detektoren sind Aufgaben der Institute. Das AEI ist federführend in der Vorbereitung der Satellitenmissionen LISA Pathfinder und LISA.
LISA Pathfinder (SMART-2) ist ein Forschungs- und Erprobungssatellit der ESA zum Test der Messgeräte und Technologien für die geplante Mission eLISA/NGO (Evolved Laser Interferometry Space Antenna/ New Gravitational wave Observatory); mit denen Techniken zum Nachweis von Gravitationswellen erprobt werden.
Für den Nachweis der Gravitationswellen erhielten Forscher der LIGO-Gruppe 2017 den Nobelpreis für Physik.

Inzwischen (Jänner 2019) kann man stolz auf 11 registrierte Signale verweisen, von denen eines, „GW170817“ durch das Verschmelzen zweier Neutronensterne erzeugt wurde; dieses konnte auch als Gammastrahlungsblitz GRB170817A in der Galaxie NGC 4993 im Sternbild Hydra registriert werden.

Im Vortrag wurde auf die Schwierigkeiten des experimentellen Nachweises von Gravitationswellen und ihre Lösung sowie auf die Ortung ihrer Quellen am Sternenhimmel eingegangen.
In der anschließenden Frage – und Antwortrunde wurde noch auf Details eingegangen.

Weiterführende Links (Auswahl)
https://de.wikipedia.org/wiki/LIGO
https://www.aei.mpg.de/165375/AEI_Hannover
https://de.wikipedia.org/wiki/LISA_Pathfinder

Der anschließende Teil gehörte unseren Mitgliedern, mit astronomischen und privaten Plaudereien endete dieser Vereinsabend.

VORSCHAU
Vereinsabend
Freitag, 12.04.2019
Treffen ab 18:00 h
19:00 h Begrüßung, Vereinsnachrichten
19:15 h Skypen mit Paul
Paul Beck berichtet über seine Forschungsbereiche
19:30 h Univ.-Prof. Dr. Gerhard Hensler
Institut für Astrophysik Wien, Universität Wien
Zwerggalaxien – die idealen Laboratorien
zum Verständnis astrophysikalischer Prozesse

Gerhard KERMER
Vorsitzender
Öffentlichkeitsarbeit und Führungen
M 0664 73122973
E gerhard.kermer@aon.at

Vereinsabend Februar 2019

NACHLESE
Vereinsabend
Freitag, 08.02.2019

26 Mitglieder waren am 08.02.2019 in den Gasthof Leo Graf zum ATARES-Vereinsabend gekommen.
Gerhard Kermer berichtete über Neuigkeiten; der Bescheid über die Geländeumwidmung wurde noch nicht erteilt, erwarteter Termin ist Ende Februar.
Der Vereinsausflug führt am Sonntag, 19.05.2019, nach Salzburg ins Haus der Natur und zur 2018 eröffneten VEGA-Sternwarte, die Fahrt wird noch mehrmals per E-Mail angekündigt, Anmeldungen sind jederzeit möglich (E gerhard.kermer@aon.at).
Im Mai 2018 verbrachten einige ANTARES-Mitlieder zwei Wochen auf der HAKOS-Farm in Namibia. Gabi Gegenbauer berichtete über die Farm, die Wetterlage, Ausflüge, über Hoppalas und Überraschungen mit der fotografischen Ausrüstung und zeigte als Abschluss Fotos der südlichen Milchstraße und einiger der darin enthaltenen Objekte.

Am 13.01.2012 konnten wir bereits einmal den Wissenschaftsjournalist Dr. Christian PINTER, der, auf die Bereiche Astronomie und Raumfahrt spezialisiert, seit 1991 populär-wissenschaftliche Artikel für Printmedien im deutschsprachigen Raum schreibt, mit einer Lesung des Kapitels „Die Sterne der Medici“ über Galileo Galilei aus seinem Buch „Helden des Himmels“ bei unserem Vereinsabend begrüßen; an diesem Abend waren „Die Mondträumer – Johannes Kepler und Jules Verne“ THEMA seines Vortrags.

Am Ende des Jahres 1609 richtet Galileo Galilei in Padua sein neues Fernrohr auf den Mond und sieht – die Erde als Planeten im Weltraum. Dabei zeigt sich der Mond als ganz und gar nicht idealer Himmelskörper, der er nach gängiger naturphilosophischer Lehre eigentlich hätte sein sollen. Stattdessen offenbarte er eine unebene Oberfläche, profiliert im reflektierten Sonnenlicht, das ihn bei Betrachtung mit freiem Auge als gleichmäßig leuchtenden Himmelskörper erscheinen lässt.
Bereits 1593 als Student in Tübingen war Johannes Kepler mit der Lehre des Kopernikus vertraut. Wenige Monate vor Galileis teleskopischen Entdeckungen beschrieb er, bereits am Hof von Rudolf II. in Prag und Nachfolger Tycho Brahes als kaiserlicher Astronom, detailreich, wie sich die Erde von der Mondoberfläche aus zeigen müsste. Er führte eine Technik des Reisens zum Mond vor, erschloss Anatomie und Lebensweise der Mondbewohner und spekulierte über klimatische Verhältnisse nebst anderen selenographischen Besonderheiten.
Während Galileo Galilei das Fernrohr zum Himmel richtet, greift Johannes Kepler zur Feder: Mit „Traum oder: Mond-Astronomie“ (Somnium sive Astronomia Lunaris) verfasst er eine der frühesten Science-Fiction-Erzählungen der Weltliteratur. In seinem „Mondtraum“ versetzt er den Leser auf den Erdbegleiter, um ihn aus höchst ungewohnter Perspektive auf die bewegte Erde blicken zu lassen.
Mit diesem Werk möchte Kepler eine Lanze für das umstrittene, ab 1616 sogar verbotene Weltbild des Kopernikus brechen. Doch das Manuskript bringt seine Mutter in Lebensgefahr; 1615 wurde Keplers Mutter Katharina im schwäbischen Leonberg vor dem Landesgericht der Hexerei angeklagt, erst 1620 erreichte Kepler, damals schon in Linz, mit viel Mühe die Einstellung des Prozesses.
In Keplers Traumerzählung benötigte man die Hilfe von Dämonen, die – vorausgesetzt, sie waren einem freundlich gesinnt – hochhoben und, betäubt mit Narkotika und Opiaten, in atemberaubender Geschwindigkeit in den Weltraum katapultierten. An die Ernährung von Zwieback, Knoblauch, Dörrfisch und abscheulichen Speisen musste man gewöhnt sein. Zusammengekugelt wie eine Spinne erfolgte der Aufprall auf dem Mond, danach befiel meist eine entsetzliche Schwäche und „Schlappheit der Glieder“ den Mondreisenden. Auf der erdzugewandten Seite des Mondes steht der Blaue Planet, von den Mondbewohnern „Volva“ genannt, stets an derselben Stelle, die Sterne bewegen sich um ihn, er dreht sich und zeigt seine Erdflecken, über die sich die Mondbevölkerung ähnlich poetische Gedanken macht wie wir über den vermeintlichen Mann im Mond.
Die Mondbewohner teilen sich in Subvolven und Privolven, in erdzu- und erdabgewandte Wesen. Auf der erdabgewandten Seite sind die Verhältnisse besonders bizarr, unruhig ziehen Schlangen von Ort zu Ort, sind Höhlenbewohner oder Taucher. Auf dem Boden verstreut liegen wie Pinienzapfen geformte Gegenstände; tagsüber ist ihre Rinde angesengt, abends öffnen sie sich und geben, wie aus einem Versteck, Lebewesen von sich.
Es geht um astronomische Erscheinungen, etwa, wie lange die Tage und Nächte der Mondbewohner sind, wie Jahreszeiten zur Geltung kommen oder wie die Erde für sie über dem Horizont erscheint. Spekulativer und verspielter wird es, wenn es um die klimatischen Folgen geht und erst recht, wenn daraus die Gewohnheiten der Mondbewohner gefolgert werden. Zum Beispiel ihr Rückzug vor zu großer Hitze in Höhlen des porösen Mondgesteins, in das sie temperierendes Wasser einleiten.
Die Erzählung „Der Mondtraum“, nur wenige Seiten lang, enthält einen fast hundertseitigen Fußnoten-Anhang mit über zweihundert Anmerkungen, an dem Kepler mehrere Jahre arbeitete. Gedruckt wurde das Werk erst 1630, veröffentlicht 1634, vier Jahre nach Keplers Tod.

Zweieinhalb Jahrhunderte später nimmt Jules Verne die Leser neuerlich mit ins All – in seinen Romanen „Von der Erde zum Mond“ und „Reise um den Mond“. Auch er nützt das Genre der Science-Fiction, um über die Mondforschung zu berichten.

Jules Verne: Von der Reise zum Mond
Der amerikanische Bürgerkrieg brachte den Waffenproduzenten einen großen Aufschwung. In dem in Baltimore gegründeten Artilleristenklub kehrte nach dem Kriegsende Langeweile ein. So beschließt der Clubpräsident Barbicane, die Erfahrungen der Clubmitglieder friedlich mit einem ehrgeizigen Projekt zu nutzen: den Bau einer jedes bisherige Maß übersteigenden Kanone, die als Schacht in die Erde Floridas gebaut werden soll, um mit ihr ein Geschoss zum Mond zu senden. Dieser Vorschlag löst einen ungeheuren weltweiten Begeisterungssturm aus. Zur Finanzierung des Vorhabens werden Subskriptionen aufgelegt, die als ein Geldgeschenk organisiert sein sollten. Die gesamte Welt sollte damit Anteil an dem kühnen Vorhaben nehmen. Am Startort, der fiktiven Stadt Stones-Hill, wurde ein Industriestandort buchstäblich aus dem Boden gestampft, nach den Schachtarbeiten sollte die Kanone direkt vor Ort in den Boden gegossen werden. Endlich ist es soweit. Der Versuch glückt, das Projektil verlässt die Erde. Als die mutigen „Reisenden“ die Erde verlassen, nähern sie sich dem Mond.

Jules Verne: Reise um den Mond
Das gewaltige Projekt des Flugs zum Mond des Artilleristenklubs zu Baltimore scheint gelungen. Die drei Reisenden, Klubpräsident Barbicane, Kapitän Nicholl und Michel Ardan, haben den Start gut überstanden, erwachen nach einer tiefen Ohnmacht. Sicher in ihrem gemütlich ausgestatteten Projektil, stellen sie interessante Beobachtungen an, genießen die Schwerelosigkeit, führen wissenschaftliche Dispute. Sie entdecken einen Trabanten des Mondes; ein gewaltiger Meteorit, der dicht an ihnen vorbei fliegt, lenkt sie aus ihrer Bahn, wodurch sie nicht mehr den direkten Weg zum Mond nehmen können, sondern in eine Umlaufbahn einschwenken. Bei der ausführlichen Beobachtung der Mondoberfläche stellen sie enttäuscht fest, dass der Mond offensichtlich unbewohnbar ist. Mit einem technischen Trick, nämlich den Hilfsmitteln zur geplanten Landung, verlassen sie die Mondumlaufbahn und ihr Projektil stürzt zur Erde, wo es als Feuerball gesehen wird. Das Projektil landet im Meer, mit einem Bergungsschiff wird die Suche aufgenommen. Das schwimmende Projektil findet man als Boje treibend am gleichen Tage.

Nach jeder Erzählung machte Christian Pinter einen Faktencheck und verglich Dichtung und reale Wirklichkeit.
Fast 100 Jahre vor der Mondlandung wählte Jules Verne Florida als interessanten Startplatz für die fiktiven Artilleristen – heute befindet sich dort Cape Canaveral, die NASA Raketenstartbasis; Zylinder sind mit Raumfahrthelmen gleichzusetzen, der Feuerball demonstriert die Reibungshitze und den Hitzeschild beim Wiedereintritt in die Erdatmosphäre, die Amerikaner wässerten im Meer, die Sonden wurden mit Bojen gesichert.
Was rückblickend wie phänomenale Weitsicht aussieht, sind diese Schilderungen jedoch nicht ganz zufällig, für diese „technisch“ erscheinenden Inhalten trägt auch die Konsultation mit theoretischen Vordenkern bei, wie zum Beispiel mit dem Verne-Vetter Henri Garcet, der einige mathematische Grundlagen beisteuerte.

In einem mitreißenden Vortrag stellte Christian Pinter auf eine reizvolle Art die Höhenflüge Keplers und Vernes einander gegenüber.
Die nachfolgende Frage- und Antwortrunde zeigte das große Interesse der Mitglieder an dieser Präsentation und an dem Thema.

Weiterführende Links
Dr. Christian Pinter
http://www.himmelszelt.at

Johannes Kepler: Mondtraum
http://archiv.ub.uni-heidelberg.de/volltextserver/15537/1/traum.pdf
https://www.zeit.de/2011/28/L-B-Kepler
https://www.faz.net/aktuell/feuilleton/buecher/rezensionen/sachbuch/johannes-kepler-der-traum-oder-mond-astronomie-im-schatten-der-erde-fliegen-die-daemonen-11115087.html
Jules Verne: Von der Reise zum Mond (1865)
http://www.j-verne.de/verne6.html

Jules Verne; Reise um den Mond (1870)
http://www.j-verne.de/verne10.html

„Helden des Himmels“ –einige Mitglieder nutzen die Gelegenheit, dieses Buch handsigniert zu erwerben.

Gemeinsam saßen die Mitglieder beisammen, man tauschte sich astronomisch und privat aus – es war wieder ein Vereinsabend, in dem der Vereinsgedanke gelebt wurde.
VORSCHAU
Vereinsabend Freitag, 08.03.2019
Treffen ab 18:00 h
19:00 h Begrüßung, Vereinsnachrichten
VORSTANDSWAHL
19:10 h Bernhard Burger
Astrofotografie auf ROBOTIC-Sternwarten
19:30 h VORSTANDSWAHL
20:00 h Kurt Descovich
Gravitationswellen aus der Sicht eines Physikers

Gerhard KERMER
Vorsitzender
Öffentlichkeitsarbeit und Führungen
M 0664 73122973
E gerhard.kermer@aon.at

Vereinsabend Jänner 2019

NACHLESE
Vereinsabend
Freitag, 11.01.2019

Wie jeden 2. Freitag im Monat, so trafen auch am Freitag, 11.01.2019 ab 18:00 h mehr als 25 ANTARES-Mitglieder bei unserem Vereinsabend im Gasthof Leo GRAF, 3100 St. Pölten zusammen.
Gerhard Kermer begrüßte nach 19:00 h die Anwesenden und berichtete über die Gründe, warum folgende Vorstandsmitglieder und Fachbereichsleiter wegen einer nicht nachhaltig geklärten Konfliktsituation ihre Funktionen zur Verfügung gestellt haben.
Gerhard Kermer Vorsitzender
Fachbereich Öffentlichkeitsarbeit und Führungen
Peter Messerer Vorsitzender Stellvertreter
Fachbereich Sternwarteleiter
Projektleiter Sternwarteerweiterung
Herbert Hörandner Schriftführer
Wolfgang Aron Projekt VisBeo – Visuelle Beobachtung
Jürgen Stapf Koordinator Beobachtungstermine Sternwarte, Mitgliederschulung

Eine Generalversammlung mit Neuwahl des Vorstands ist für Freitag, 08.03.2019 angesetzt.
Der Wahlvorschlag wird statutengemäß zeitgerecht ausgesandt.

Als Vortragenden konnten wir den österreichischen Altorientalisten (Assyriologe) und Astronomiehistoriker Univ. Prof. Dr. Hermann Hunger begrüßen, der Orientalistik (Universität Wien) und Assyriologie und Arabistik (Universität Heidelberg und Universität Münster) studierte, wo er 1966 in Assyriologie und semitischer Philologie promovierte.
Nach einigen Auslandsaufenthalten war er bis 1976 Assistent am Institut für Orientalistik der Universität Wien, wo er sich habilitierte. 1976 bis 1978 war er Associate Professor am Oriental Institut der Universität Chicago, ab 1978 außerordentlicher Professor für Assyriologie an der Universität Wien, wo er 2007 in den Ruhestand trat.
Er gilt als eine der führenden Autoritäten für babylonische Astronomiegeschichte und war wesentlich am Chicago Assyrian Dictionary beteiligt.
In seinem Vortrag berichtete er über „Rechnende Astronomie in Babylonien“.
In der zweiten Hälfte des 1. Jahrtausends v. Chr. haben babylonische Astronomen Rechenverfahren entwickelt, die es ihnen ermöglichten, die Phänomene von Mond und Planeten vorauszuberechnen. Diese Verfahren sind rein arithmetisch und setzen keine Geometrie des Sonnensystems voraus. Der Vortrag zeigt nach einer Einführung in das babylonische Zahlensystem zunächst die Verfahren selbst und dann Beispiele von damit hergestellten Tabellen.
Die Babylonier beobachteten die Auf- und –untergänge von Mond und Planeten, die sie auf Tontafeln aufzeichneten. Die unterschiedliche Länge der einzelnen (Mond-) Monate wurde jeweils im Nachhinein festgelegt. Interessant auch die Feststellung, dass diese Tontafeln, in feuchte Tücher gewickelt, in einem längeren Zeitraum beschreibbar waren. Die übersetzten Texte auf den Originaltontafeln gaben einen Einblick in die Dokumentation der Himmelsabläufe.
Diese Beobachtungsergebnisse wurden auch noch von griechischen Mathematikern für Berechnungen genutzt.
In der anschließenden Fragerunde konnte Prof. Hunger weitere Fragen beantworten.

Ein DANKE an Tassilo Halbritter, der nachfolgende Links aus Wikipedia zum Nachlesen und zur Wissensvertiefung zusammengestellt hat.

Weiterführende Links:
http://www.academia.edu/3622164/Wasseruhr_und_Klepsydra_-_Zeitmesser_der_Antike
https://de.wikipedia.org/wiki/Astronomische_Beobachtungstexte_(Babylonien)
https://de.wikipedia.org/wiki/Geschichte_der_Astronomie#Mesopotamien
https://de.wikipedia.org/wiki/Babylonischer_Kalender
https://de.wikipedia.org/wiki/Babylonische_Mathematik
https://de.wikipedia.org/wiki/Enuma_Anu_Enlil

Im Anschluss gab es noch Diskussionen über die Entscheidung der Vorstandsmitglieder und Fachbereichsleiter.

VORSCHAU
ANTARES-VEREINSABEND
Freitag 08.02.2019

19:00 h Begrüßung, Vereinsnachrichten
19:10 h Gabriele Gegenbauer
Namibische Impressionen
19:30 h Dr. Christian PINTER
Wissenschaftsjournalist
Die Mondträumer – Johannes Kepler und Jules Verne

Vortragender
Dr. Christian PINTER
Wissenschaftsjournalist
Nach absolviertem Studium der Politikwissenschaft und Publizistik hat sich Dr. Christian Pinter auf die Bereiche Astronomie und Raumfahrt spezialisiert. Seit 1991 schreibt er populärwissenschaftliche Artikel für verschiedene Printmedien im deutschsprachigen Raum.

2002 erhielt er den Würdigungspreis für wissenschaftlich fundierte Publizistik des Kardinal-Innitzer-Studienfonds. Die Wiener Zeitung hat mehrmals Artikel aus seiner Feder für den Staatspreis für Wissenschaftspublizistik vorgeschlagen. In diesem Blatt sind mittlerweile mehr als 300 ganzseitige Artikel erschienen.

2009 gab der Wiener Verlag Kremayr & Scheriau sein astronomiegeschichtliches Lesebuch „Helden des Himmels“ heraus. Seither hielt er über 60 Vorträge bei gut 50 verschiedenen Veranstaltern und vor mehr als 1.600 Zuhörern.
Am 13.01.2012 konnten wir Dr. Pinter mit einer Lesung des Kapitels „Die Sterne der Medici“ über Galileo Galilei aus diesem Buch bei unserem Vereinsabend begrüßen.

THEMA
Die Mondträumer – Johannes Kepler und Jules Verne
Während Galileo Galilei das Fernrohr zum Himmel richtet, greift Johannes Kepler zur Feder: Er verfasst eine der frühesten Science-Fiction-Erzählungen der Weltliteratur. In seinem „Mondtraum“ versetzt er den Leser auf den Erdbegleiter, um ihn aus höchst ungewohnter Perspektive auf die bewegte Erde blicken zu lassen.

Damit möchte Kepler eine Lanze für das umstrittene, ab 1616 sogar verbotene Weltbild des Kopernikus brechen. Noch ahnt er es nicht: Das Manuskript bringt seine Mutter ins Lebensgefahr, wird zur Munition im Hexenprozess gegen sie. Kepler, gerade in Linz, kämpft verbissen um ihre Freilassung.

Zweieinhalb Jahrhunderte später nimmt Jules Verne die Leser neuerlich mit ins All – in seinen Romanen „Von der Erde zum Mond“ und „Reise um den Mond“. Auch er nützt das Genre der Science-Fiction, um über die Mondforschung zu berichten. Es ist reizvoll, die Höhenflüge Keplers und Vernes einander gegenüber zu stellen.

Wir freuen uns über euer Interesse und über zahlreiche Besucher.

Gerhard KERMER
Vorsitzender
Öffentlichkeitsarbeit und Führungen
M 0664 73122973
E gerhard.kermer@aon.at

Vereinsabend Dezember 2018 – Weihnachtsfeier

NACHLESE
Vereinsabend und Weihnachtsfeier
Freitag, 30.11.2018

Am 30. November 2018 hielten wir unsere Weihnachtsfeier ab, zu der wir 26 Mitglieder im Gasthof Graf, St. Pölten an adventlich geschmückten Tischen begrüßen durften.

Gegen 19:00 h begrüßte Gerhard Kermer die Anwesenden, der Jahresrückblick erinnerte an Höhepunkte des abgelaufenen Vereinsjahres, eine Vorschau gab einen Überblick über geplante Projekte und Aktivitäten, langjährigen Mitgliedern dankten wir für ihre Treue zum Verein, eine Tombola überraschte mit Preisen.

Wir dürfen auf ein äußerst erfolgreiches und spannendes Vereinsjahr 2018 zurückblicken.
Die „Totale Mondfinsternis“ am 26.07.2018, zeitgleich mit der „Marsnähe“, die „Perseiden-Sternschnuppennacht“ und „Sterne schauen für Kinder“ waren die Höhepunkte des bisher erfolgreichsten Führungsjahrs, das von April 2018 bis Oktober 2018 dauerte; etwa 1.700 Besucher, darunter sehr viele Kinder und Jugendliche konnten wir bei den Öffentlichen und den Privatführungen begrüßen.
Bei den von Gabi Gegenbauer initiierten Bildbearbeitungs-Workshops „PixInsight“ konnten wir Astrofotografen als Gäste auf der Sternwarte begrüßen.
Ein aufrichtiges DANKE an alle, die mit ihrer Mitarbeit, ihrem Engagement und Begeisterung diese Veranstaltungen zu einem Aushängeschild des Vereins gemacht haben.

Die offizielle Beobachtungssaison auf dem Sternwartegelände starteten wir Mitte März 2018 mit dem MESSIER-MARATHON, einer Beobachtungsnacht mit 110 Himmelsobjekten.
Neben Reparaturarbeiten für e-Callisto (Sturmschaden) wurde das Radioteleskop instand gesetzt und die morsche Stiegenanlage durch eine Stahlkonstruktion ersetzt; nach einem Umbau kann beim AST die Kuppelöffnung motorunterstützt leichter bedient werden. Das Dachgeschoss wurde entrümpelt und für zukünftige Nutzung als Aufenthalts- und Ruheraum adaptiert, ein Zutritt von außen ist fix eingeplant.

In einer von Peter Messerer zusammengestellten Power-Point-Präsentation ließen wir das Jahr 2018 Revue passieren:
Neben der Gemeinschaftspflege freuten wir uns bei unseren Vereinsabenden über Vortragende mit astronomischen Inhalten: „Die Erde als Planet — vom Erdkern bis zur Ionosphäre (Univ.-Prof. Dr. Gottfried Gerstbach)“, „Der Sternenhimmel der nordischen Völker (Doris Vickers)“, „Der Blick hinter das Zentrum der Milchstraße“ (Fritz Lensch), „Die Entstehung unseres Sonnensystems“ (Norbert Zeitlinger), „ABELL, ARP, HICKSON und Co – die Kataloge der Galaxienhaufen“ (Franz Klauser), „Cassini-Huygens: Höhepunkte der Saturnmission (DI Dr. Georg Fischer)“ und „Die ESA-Sattelitenmission CHEOPS – Die Charakterisierung ferner Welten (Dr. Christian Reimers)“ waren 2018 die Themen der Vortragenden.
Bei der am 09.11.2018 abgehaltenen Vorstandswahl wurde dem Wahlvorschlag zugestimmt, der Vorstand wurde in seiner Gesamtheit für weitere 2 Jahre bestätigt.

In den Monaten Juni – August gestalten wir die Vereinsabende als „Vereinsgrillereien“ auf dem Sternwartegelände mit nachfolgender gemeinsamer Himmelsbeobachtung; vor der Juni-Grillerei besuchten wir die Wald Köhlerei Hochecker, eine der letzten Köhlereien Österreichs. Im August begrüßten wir Michael Jäger, den Kometenjäger, und Gerald Rhemann sowie Mitglieder des Filmklub St. Pölten; im November 2018 freuten wir uns über eine Gegeneinladung des Filmklubs St. Pölten.

Am Sonntag, 18.02.2018, besuchten wir die Firma ASA Astrosysteme GmbH in Neumarkt im Mühlviertel, nach dem Mittagessen führte uns Gerald Rhemann im Mühlviertler Schlossmuseum in Freistadt durch die Sonderausstellung: Gerald Rhemann: Fotografische Reise durchs Weltall – 30 Jahre Astrofotografie.
Am Freitag, 23.03.2018, lernten wir bei einer Führung im Atominstitut der Österreichischen Universitäten den TRIGA Mark-II Reaktor – Forschungsreaktor der TU Wien, den einzigen heute noch in Betrieb stehenden Kernreaktor Österreichs, kennen.
Am Sonntag, 06.05.2018, wanderten wir zum Leopold Figl-Observatorium für Astrophysik am Schöpfl im Wienerwald, einer seit 1970 genutzten Außenstation des Instituts für Astrophysik der Universität Wien, wo wir bei einer Führung durch Prof. Werner Zeilinger die Einrichtungen des Observatoriums besichtigten, so auch das größte Teleskop Österreichs.

Das Voralpengebiet zeichnet sich durch wenig Lichtverschmutzung aus, Lichtmessungen weisen für das Gebiet von Michelbach einen guten Landhimmel nach, die Milchstraße ist als milchig-weißes Sternenband wahrzunehmen; das schätzen auch unsere Mitglieder, die das Sternwartegelände nicht nur, aber vor allem in der Neumondphase für visuelle Beobachtungen, Astrofotografie und Radioastronomie nutzen.
Mit dem e-Callisto-Sonnenspektrometer (Sonnenaktivität) und dem Langwellenmessgerät SOFIE (Weltraumwetter) nehmen wir an wissenschaftlicher Forschung teil.

2018 konnten wir 7 aktive und 1 unterstützendes Neumitglied im Verein begrüßen.
Steigende Mitgliederzahlen bedingen einen Mehrbedarf an Beobachtungsplätzen, deshalb haben wir das Projekt „Geländeerweiterung“ gestartet. Gemeinsam mit den Mitgliedern, der Marktgemeinde Michelbach, den Grundbesitzern und den Pächtern des Weidegebiets wurde eine Geländevariante zur Erweiterung des Sternwartegeländes gefunden; der Antrag zur Geländeumwidmung wurde im März 2018 eingebracht. Nach Genehmigung der Umwidmung und des Bauvorhabens werden zusätzliche Plattformen sowie weitere Observatorien errichtet. Baubeginn 2. Quartal 2019, Fertigstellung für 2020 geplant.
Basierend auf der Projektbesprechung vom 25.10.2018 präsentierte Peter Messerer einen benutzeroptimierten Plan der Anordnung der Beobachtungsplätze auf dem Neugrund. Westlich des visuellen Beobachtungsbereichs werden 3 durch Mitglieder vorfinanzierte AMO‘s (ANTARES Mini Observatories, eines davon kleiner dimensioniert, für zusätzliche Teleskopboxen) errichtet, nördlich davon eine Teleskophütte (Lagerung von Teleskopen, Equipment von Mitgliedern). Auf dem neu angepachteten Grund werden 2 Plattformen errichtet, auf denen ebenfalls AMO’s (oder ScopeDomes) errichtet werden können, 5 Teleskopplattformen werden für Astrofotografie genutzt, Teleskopsäulen, Stromversorgung und Windschutz sind eingeplant, 12 zusätzliche Parkplätze werden errichtet. Kostengünstig erhaltenes Schüttmaterial wurde bereits angeliefert.

Der Vereinsausflug, der uns nach Salzburg ins Haus der Natur und in die 2018 neu eröffnete VEGA-Sternwarte führt, ist für 19.05.2019 terminisiert.

Höhepunkte des Vereinsjahres 2019 werden die Partielle Mondfinsternis (16.07.2019, 66%), die Perseiden (Samstag, 10.08.2019) und „Sterne schauen für Kinder“ sein, insgesamt 13 Öffentliche Führungen bieten wir an, es gibt Anfragen für Privatführungen, wir werden auch Tagesführungen für Busgruppen, Wander- und Pensionistenvereine und Schulklassen bewerben.
Die Mitgliedsbeiträge und Führungspreise werden 2019 nicht erhöht

Bei Vereinsabenden werden wir neben Gemeinschaftspflege wieder Vortragende mit interessanten Themenbereichen begrüßen können.
Vor einer der sommerlichen Vereinsgrillereien dürfen wir uns auf eine Führung durch die Brauerei Hainfeld freuen, Termin folgt.

2019 jährt sich die Mondlandung zum 50. Mal. Gerhard Kermer schilderte in einer Kurzgeschichte, wie sich die Katastrophe von APOLLO 13 in Österreich abgespielt hätte.

Eine besondere Freude ist jedes Jahr die Überreichung der Ehrenurkunden für langjährige Mitgliedschaft. Da es 1998 keinen Vereinsbeitritt gab, wurden 4 Mitglieder für ihre 15-jährige und 5 Mitglieder für ihre 10-jährige Mitgliedschaft geehrt. Die entschuldigten Mitglieder erhalten die Ehrenurkunde per Post mit einem persönlichen Schreiben.

Bei der abschließenden Tombola spielte Tina das „Glücksengerl“, neben den von Otto und Leo gespendeten exquisiten Weinen und Spirituosen und Zeitschriften (Norbert) wurden Süßigkeiten verlost – ein DANKE an die Spender.

Sachertorte und Kardinalschnitten versüßten den Abend, das vergangene Vereinsjahr und der Sternarteausbau, gemeinsame Beobachtungsnächte und persönliche Gespräche waren Themen bis zum Ausklang des Abends.

VORSCHAU
ANTARES-VEREINSABEND
Freitag 11.01.2019

Gasthof Leo GRAF
Bahnhofplatz Süd – 7
3100 St. Pölten

Treffen ab 18:00 h
19:00 h Begrüßung, Vereinsnachrichten
19:30 h Univ. Prof. Dr. Hermann Hunger
österreichischer Altorientalist (Assyriologe) und Astronomiehistoriker
Rechnende Astronomie in Babylonien

Vortragender
Univ. Prof. Dr. Hermann Hunger
Hermann Hunger (* 30.06.1942, Bautzen), Sohn des Byzantinisten Herbert Hunger, war ab 1978 außerordentlicher Professor für Assyriologie an der Universität Wien, wo er 2007 in den Ruhestand trat.
Er gilt als eine der führenden Autoritäten für babylonische Astronomiegeschichte und war wesentlich am Chicago Assyrian Dictionary beteiligt.
Hunger ist Mitglied der American Philosophical Society und der Österreichischen Akademie der Wissenschaften und Mitherausgeber des Archivs für Orientforschung. 2010 wurde er Ehrenmitglied der American Oriental Society.

THEMA
Rechnende Astronomie in Babylonien
In der zweiten Hälfte des 1. Jahrtausends v. Chr. haben babylonische Astronomen Rechenverfahren entwickelt, die es ihnen ermöglichten, die Phänomene von Mond und Planeten vorauszuberechnen. Diese Verfahren sind rein arithmetisch und setzen keine Geometrie des Sonnensystems voraus. Der Vortrag zeigt nach einer Einführung in das babylonische Zahlensystem zunächst die Verfahren selbst und dann Beispiele von damit hergestellten Tabellen.

Ich wünsche Euch und Euren Familien
ein gesegnetes Weihnachtsfest
und ALLES GUTE für das Jahr 2019.

Für die Himmelsbeobachtungen wünschen wir uns
„clear and dark sky and a starry night“

Gerhard KERMER
Vorsitzender
Öffentlichkeitsarbeit und Führungen