Vereinsabend Juni 2019

NACHLESE
ANTARES-VEREINSABEND
Freitag 14.06.2019

Grillen, plaudern, beobachten – ALLE Mitglieder sind dazu herzlich eingeladen!
Grillgut bitte selbst mitnehmen, Getränke sind vorrätig!
So steht es in den Einladungen zu den Vereinsabenden der Monate Juni – August, die jeweils als vereinsinterne Veranstaltung auf dem Gelände der NOE VOLKSSTERNWARTE 3074 MICHELBACH stattfinden.

Am Freitag, 14.06.2019 trafen bereits 15 Mitglieder vor dem Vereinsabend gegen 16:00 h in Hainfeld vor der Brauerei Hainfeld ein, wo wir vom Firmenbesitzer Karl Riedmüller durch die Brauerei geführt wurden und Wissenswertes über den Brauvorgang, Lagerung, Abfüllung und Vertrieb erfuhren. Neben dem Betrieb von Kleinkraftwerken wird die anfallende Abwärme gemeindeintern für die Heizung von Gebäuden genutzt.

Die Familie Riedmüller betreibt die Brautradition in siebenter Generation.
Das erste Hainfelder Bier wurde im Herbst 1757 ausgeschenkt. 1808 kaufte Karolus Johannes Riedmüller, Sohn eines „Chyrurg in Weyer“, die Brauerei mitsamt der zugehörigen Säge, Mühle und Landwirtschaft. Karl Riedmüller, Sohn des Karolus Riedmüller übernahm dann die Brauerei in Hainfeld, sein Bruder Josef die Brauerei in Waidhofen an der Ybbs. Dessen Sohn kaufte dann die Brauerei in Wieselburg.

Die Philosophie der Brauerei Hainfeld
Gute Tradition heißt für uns Brauerfahrung, Wissen und Können sammeln, echte Werte bewahren, Verbundenheit zu Land und Leute pflegen sowie das stete Bemühen, aus Gutem etwas Besseres zu machen. Der Konsument steht im Mittelpunkt unserer Überlegungen. Unser Sortiment orientiert sich an seinen vielfältigen Bedürfnissen und Wünschen, die immer neu zu erfassen, zu definieren und produktspezifisch zu beantworten sind.

Pro Jahr werden 2000.000 hl Bier gebraut, das in einem Umkreis von 60 km vertrieben wird.
Neben Lagerbier hell und Edel-Pils sind noch Spezialbier dunkel und Spezialbier hell sowie ein Radler im Angebot, zu besonderen Anlässen wird Weihnachtsbier und Osterbock ausgeschenkt.
Alkoholfreie Getränke wie Orangen- und Zitronenlimonade sowie ColaMix ergänzen die Produktpalette.
Nach der etwa einstündigen Führung erhielt jeder Teilnehmer einen 6er Träger Lagerbier Einweg.

Weiterführende Informationen
I http://www.brauerei-hainfeld.at

Das Sternwartegelände zeigte sich wieder als Baustelle. Nach der Erteilung der Baugenehmigung und der „naturschutzrechtlicher Bewilligung“ für die geplante Geländeerweiterung wurden zwar mit der Geländeaufschüttung für den Parkplatz un d mit dem Aushub der Künetten für die Umfassungsmauer begonnen, eine Regenperiode machte das Schüttmaterial und den Untergrund jedoch so weich, das ein Arbeiten mit den Baumaschinen nicht leicht möglich war – diese versanken im Schlamm.
Holz und Baustahlgitter wurde angeliefert, die Halterungen für die Zaunsteher wurden geschweißt und verzinkt, die Zaunsteher in der erforderlichen Länge zugeschnitten, gehobelt, zwecks Optimierung der Haltbarkeit geölt, DOKA-Schalungsplatten wurden zu Schalungstafeln zusammengeschraubt.
Das Gelände ist bereits wieder abgetrocknet, der neue Parkplatz ist zumindest provisorisch fertiggestellt; rund um das Gelände wurde eine Künette ausgehoben und zwischenzeitig die Fundamente bereits betoniert, die ersten Schalungstafeln sind aufgestellt, mit der Errichtung der Umfassungsmauer kann somit Ende Juni begonnen werden.
Das anfängliche Chaos beginnt Strukturen anzunehmen, die Voraussetzungen für den Bau der Teleskoplagerhütte, der Teleskopplattformen und der AMO’s (ANTARES Mini Observatories) sind geschaffen. Eine Außenstiege als Zugang für den Dachbodenbereich für weitergehende Nutzung ist eingeplant.

Unsere BITTE:
Gemeinsam geht die Arbeit schneller von der Hand.
Wir bitten um eure Mithilfe!
Bitte Info an mich (0664 73122973, gerhard.kermer@aon.at oder Peter (0650 5820106, peter.messerer@kstp.at).

Nach der Führung durch die Brauerei Hainfeld wurden auf dem Sternwartegelände Michelbach Tische und Bänke aufgestellt, der Griller angeheizt, Fleisch und Gemüse aufgelegt; etwa 25 Mitglieder verbrachten diesen Abend gemeinsam bei anregenden Gesprächen und Gemeinschaftspflege. Peter machte eine Führung durch das Gelände und die Sternwarten, wobei sich interessierte Mitglieder über den Baufortschritt und die vielfältigen Nutzungsmöglichkeiten informieren konnten.
Wir ließen wir uns das Essen gut schmecken, die Unterhaltung kam dabei nicht zu kurz.

Einige Tage vor Vollmond wäre der Himmel bereits zu sehr aufgehellt für eine Beobachtungsnacht gewesen.
Nicht nur deshalb verabschiedeten sich einige Mitglieder bereits früher, um 21:00 h verließen die letzten Mitglieder das Sternwartegelände.

Grillen, plaudern, manchmal auch beobachten – das macht den Reiz und den Erfolg dieser „Vereinsgrillereien“ aus! Gemeinsam den Abend genießen, jeder ist willkommen, über Astronomie reden ist der Einstieg zu zahlreichen Gesprächen, die sich auch mit anderen Themen beschäftigen.

 

Fotograf Martin K.

Zusammenstellung Peter M.

 

Vereinsabend JULI
Grillen, plaudern, beobachten – Das wird auch wieder THEMA beim Juli-Vereinsabend sein.
Grillgut bitte selbst mitnehmen, Getränke sind vorrätig!
ALLE Mitglieder sind dazu herzlich eingeladen!

Freitag, 12.07.2019 Vereinsgrillerei auf Sternwarte
Als Gast begrüßen wir Veronika A. Grager
Autorin
Lesung aus „Mondbeben“

Veronika A. Grager, Gattin des Astrofotografen Manfred Wasshuber, ist Krimiautorin.
Ihre Bücher können an diesem Abend erworben werden, gerne werden diese handsigniert.

Veronika Grager – Mondbeben:
In Russland taucht ein Typ auf, der behauptet, ein Alien zu sein und von einer Mondstation zu kommen. Das würde die US-Feiern zur 50-jährigen Mondlandung gehörig durcheinanderbringen.

Wir freuen uns wieder über die Teilnahme zahlreicher Mitglieder, die diesen Abend gemeinsam verbringen wollen.

Gerhard KERMER
ANTARES NOE AMATEURASTRONOMEN
Vorsitzender
Öffentlichkeitsarbeit und Führungen
M 0664 73122973
E gerhard.kermer@aon.at

Vereinsausflug Sonntag, 19.05.2019 / Salzburg, VEGA-Sternwarte

ANTARES-VEREINSAUSFLUG
SONNTAG, 19.05.2019
Haus der Natur Salzburg
VEGA-Sternwarte Nußdorf am Haunsberg

Vereinsausflüge haben bei ANTARES seit Jahren Tradition, Mitglieder nehmen zahlreich daran teil, immer neue Ziele bringen uns zu astronomischen und wissenschaftlichen Einrichtungen und Sternwarten befreundeter Vereine.

Am Sonntag, 19.05.2019, war es wieder soweit. Ab 06:30 h war Treffpunkt bei Pfleger Reisen GmbH, 3100 St. Pölten, wo wir mit einem Bus Richtung Salzburg losfuhren.
Ziele des Vereinsausflugs 2019 waren das Haus der Natur, ein Naturkunde- und technisches Museum in Salzburg, und die 2018 eröffnete VEGA STERNWARTE in Nußdorf am Haunsberg, die von der Arbeitsgemeinschaft Astronomie des Hauses der Natur betrieben wird.

Nach einem Zwischenstopp bei der Autobahnabfahrt Ybbs, wo weitere Mitglieder zustiegen, und einer Pause auf einer Autobahnraststation erreichten wir gegen 10:00 h Salzburg. Da seit Juni 2018 Reisebusse nicht mehr ins Stadtzentrum einfahren dürfen, stiegen wir beim Busterminal Salzburg Nord in der Paris-Lodron-Straße aus. Vorbei am Geburtshaus von Christian Doppler überquerten wir die Salzach und gelangten über teils für den Salzburg-Marathon gesperrten Straßenzügen zu Fuß nach 700 m zum Haus der Natur, wo wir auch die per Auto und Zug angereisten Mitglieder begrüßen konnten. Insgesamt konnten wir 51 Teilnehmer zu diesem Vereinsausflug begrüßen.

In der Weltraumhalle entführte uns die Dauerausstellung „Unser Universum – Planeten, Sterne, Galaxien“ auf eine Reise durch Raum und Zeit. Mit viel Interaktion werden Blicke in ferne Galaxien ermöglicht, von der Entstehung unseres Sonnensystems erzählt und die Geschichte der Raumfahrt aufbereitet.

Ein Teil dieser Ausstellung ist dem 1842 von Christian Doppler entdeckten Doppler-Effekt, der zeitlichen Stauchung bzw. Dehnung eines Signals bei Veränderungen des Abstands zwischen Sender und Empfänger während der Dauer des Signals, gewidmet. Ursache ist die Veränderung der Laufzeit. Zahlreiche Beispiele, wie Ortungssystem der Fledermäuse oder die interaktive Aufbereitung des Überschallknalls, Untersuchungen der modernen Medizin zu Vorgängen im menschlichen Körper, die Erhöhung der Sicherheit im Flug- und Straßenverkehr durch Navigations- und Messanlagen oder die Theorie vom expandierenden Weltall zeigen die Bedeutung des Doppler-Effekts auf. Insgesamt 14 Wissenschaftler erhielten für ihre Forschungen in Zusammenhang mit dem Dopplereffekt den Nobelpreis verliehen.

In der Weltraumhalle ergründet man mit vielen Interaktionen, welche kosmischen Einflüsse unsere Erde lenken, wie die Jahreszeiten entstehen oder welche Auswirkungen die Achsneigung und die exzentrische Umlaufbahn auf die Erde haben. Der Vision Globe, eine kugelförmige Projektionsfläche, verwandelt sich auf Knopfdruck in die Sonne oder ihre acht Planeten. Beeindruckende Bilder zeigen Sonnenflecken, die felsige, mit Kratern übersäte Oberfläche des Merkur oder den Wirbelsturm auf dem Jupiter. Auf den Planetenwaagen konnten wir unser persönliches Idealgewicht auf Sonne, Mond und Planeten herausfinden!
Ein Nachbau einer Mercury-Raumkapsel zeigt die Instrumententafel auf – heutige Verkehrsmaschinen haben weit mehr Kontrollgeräte eingebaut – und trotzdem wurde die Vision einer bemannten Mondlandung erfolgreich abgeschlossen – in einem im Stile der 60-er Jahre eingerichteten Wohnzimmer lief die TV-Direktübertragung der ersten Schritte Neil Armstrongs auf dem Mond.
Im Kraterkino staunten wir über die atemberaubende Schönheit des Universums, erfreuten uns an beeindruckenden Objekten, warfen einen faszinierenden Blick vom Weltall auf unsere Erde, beobachteten Sterne bei ihrer Geburt bis zu ihrem Tod, verfolgten den Stratosphärensprung von Felix Baumgartner, und, und, und …
Je nach Interesse besuchten wir auch weitere Abteilungen wie die Terrarien, Aquarien und die Salzach als Lebensader.

Um 12:00 h verließen wir das Haus der Natur; nach dem Rückweg entlang der Salzach fuhren wir um 12:30 h mit dem Bus weiter zum Braugasthof Sigl in Obertrum am See, wo wir das vorbestellte Mittagessen genossen.
Nicht so erfreulich war der nicht in dieser Länge eingeplante Aufenthalt, der auch ein verspätetes Eintreffen auf der VEGA-Sternwarte bedingte.

Ing. Helmut Windhager, Leiter ARGE Astronomie und Leiter VEGA – Sternwarte, und seine Gattin begrüßten uns vor der auf dem 790 m hohen Haunsberg liegenden VEGA-Sternwarte, die eine Plattform für Wissenschaft, Bildung, Kultur und Gesellschaft ist.
In dem etwa 160 Personen fassenden Vortragsraum mit IMAX-Leinwand berichtete Ing. Helmut Windhager zunächst über die bescheidenen Anfänge des Vereins mit einem in Holzbauweise errichteten Observatorium, dem Wechsel von einem Verein in die Arbeitsgemeinschaft Astronomie des Hauses der Natur und, nach erfolgreicher Sponsorensuche, der letztlich erfolgreichen Umsetzung des Baus einer neuen Sternwarte auf einem 3.000 m2 großen, in einem Waldstück gelegenen Grundstück. Der Spatenstich erfolgte im Mai 2017, die Eröffnung fand im August 2018 tatt Die Finanzierung wurde zu etwa 70% von privaten Sponsoren und Spendern getragen. Gut 30% kamen aus öffentlichen Mitteln.
In der VEGA-Sternwarte stehen im Gegensatz zu reinen Forschungsobservatorien neben dem wissenschaftlichen Anspruch auch Vermittlung und gesellschaftlicher Auftrag im Fokus. Mit dieser Zielsetzung möchte das Haus der Natur möglichst viele Menschen für Astronomie und Weltraumforschung begeistern sowie die Auseinandersetzung mit diesen Themen in der Gesellschaft fördern. Seit der Eröffnung konnten 15.000 Besucher begrüßt werden, die von 27 ehrenamtlichen Mitarbeitern bei Führungen betreut werden.
Nicht nur Besucher aus der Umgebung, sondern auch aus Bayern und Touristen nutzen die Möglichkeiten der Himmelsbeobachtung, Fernsehteams deutscher Sender machen die VEGA-Sternwarte einem größeren Publikum bekannt.
Die Sternwarte, eine der leistungsstärksten öffentlichen Sternwarten Mitteleuropas, verfügt über zwei Teleskope, die sowohl für Forschung als auch bei öffentlichen Sternführungen im Einsatz sind. Das größere Teleskop, ein ASA Ritchey-Chrétien-Cassegrain-Teleskop, hat einen Spiegeldurchmesser von 1.000 Millimetern. Es steht in einer All-Sky-Kuppel, die sich vollständig öffnen lässt. Die Brennweite beträgt 7.000 Millimeter, je nach verwendetem Okular ergibt sich eine bis zu tausendfache Vergrößerung. Die Verwendung dieses Teleskops ermöglicht das Beobachten und Fotografieren weit entfernter Himmelskörper.
Das kleinere Teleskop, ebenfalls ein ASA RC-Teleskop, hat einen Spiegeldurchmesser von 400 Millimetern und ermöglicht eine bis zu 300-fache Vergrößerung. Es wird für die Erforschung und Fotografie näher liegender Himmelskörper genutzt. Bei weniger starker Vergrößerung kann dieses Teleskop auch diese Himmelsobjekte noch ganz darstellen oder fotografieren. Das Teleskop steht in einer Spaltkuppel, die perfekten Windschutz bei längeren Belichtungszeiten bietet.
Für den Führungsbetrieb stehen weitere Außensäulen zur Verfügung. Diese und die Sternwarten stehen nach Führungsende den Mitgliedern für Beobachtung und Astrofotografie zur Verfügung.
Das Astrolabor, für wissenschaftliche Arbeiten genutzt, bietet bis zu 20 Arbeitsplätze, die der Arbeitsgruppe für Astronomie am Haus der Natur, Schulgruppen oder Studierenden zur Verfügung stehen. Hier können spektroskopische Messungen ausgewertet werden.
Die Arbeitsgruppe für Astronomie am Haus der Natur führt eigene Projekte zur Asteroiden- und Kleinplanetenforschung durch und pflegt darüber hinaus Kooperationen mit anderen astronomischen Fachgruppen, Universitäten sowie astronomischen Gesellschaften. Auf der Sternwarte finden wissenschaftliche Tagungen und Seminare statt, bei denen sich die unterschiedlichen Fachgruppen austauschen können.
Nach der Führung durch die Sternwarten nahmen wir nochmals im Vortragsraum Platz, wo noch Fragen beantwortet wurden.
So können auf dem Gelände noch weitere Geräte, wie z.B. ein Radioteleskop errichtet werden, wozu derzeit aber noch kein Bedarf herrscht. Gerhard Kermer bedankte sich und überreichte Ing. Helmut Windhager ein Gastgeschenk als DANKE für die Führung durch diese beeindruckende Sternwarte.

Nach 18:00 h ging es mit dem Bus zurück nach St. Pölten; auf der Heimfahrt wurden noch Neuigkeiten aus dem Verein verkündet, so auch der Beginn der Bauarbeiten zur Erweiterung des Sternwartegeländes.
Und auch ein mögliches Ziel für den Vereinsausflug 2020 wurde angesprochen;
Eine 2-tägige Reise nach München mit einem Besuch und einer Führung durch die Anlagen des „Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt (DLR) Oberpfaffenhofen und dem Deutschen Museum München mit der Weltraumausstellung, dem Planetarium und der Sonnenuhrenausstellung (sofern dies an einem Wochenende organisierbar ist).

Nach einem kurzen Aufenthalt auf einer Autobahnraststation trafen wir gegen 21:00 h zufrieden und mit zahlreichen neuen Eindrücken in St. Pölten ein.

Weiterführende Links
Haus der Natur https://www.hausdernatur.at/de/
VEGA-Sternwarte https://www.hausdernatur.at/de/sternwarte.html
Haus der Natur Astrofotografie https://www.hausdernatur.at/de/unser-universum.html

Gerhard Kermer
ANTARES Nö Amateurastronomen
Vorsitzender
M 0664 73122973
E gerhard.kermer@aon.at

Fotografen Martin K., Bruno L.

Zusammenstellung Peter M.

Vereinsabend Mai 2019

NACHLESE
Vereinsabend
Freitag, 10.05.2019

Ich behaupte, dass das All unendlich ist, dass eine Unzahl von Weltkörpern existiert: Gestirne, Erden, Sonnen.
Nur ein ganz Törichter kann die Ansicht haben, im unendlichen Raum, auf den zahllosen Riesenwelten, gebe es nichts anderes als das Licht, das wir auf ihnen wahrnehmen. Es ist geradezu albern, anzunehmen, es gebe keine anderen Lebewesen, keine anderen Denkvermögen und keine anderen Sinne als die uns bekannten.
Giordano Bruno (1548 – 1600), eigentlich Filippo Bruno, italienischer Naturphilosoph

Die Suche nach Leben im All ist eines der spannendsten Themen der Menschheit.
1995 entdeckten Michel Mayor und sein Mitarbeiter Didier Queloz (Departement für Astronomie der Universität Genf) mit Hilfe der Radialgeschwindigkeitsmethode den ersten Exoplaneten; 51 Pegasi b (0,46 Jupitermassen) kreist in 4,2-Tagen um 51 Pegasi (40 LJ).
Mit Stand vom 10.05.2019 sind 4062 Exoplaneten in 3038 Systemen bekannt.
Die Wissenschafter/innen hoffen, nicht nur unter diesen einen erdähnlichen zu finden, auf dem Leben existieren könnte – die Voraussetzungen dafür sind höchst selten gegeben.

Dr. Theresa Rank-Lüftinger, Institut für Astrophysik, Universität Wien, durften wir als Vortragende an diesem Vereinsabend begrüßen. Wissenschaftlich ist sie beteiligt an mehreren Weltraum-Satelliten-Projekten (z.B. PLATO, CHEOPS, ARIEL, ATHENA), zahlreiche Forschungs- und Beobachtungsaufenthalte sowie intensive internationale Vortragstätigkeit führen sie regelmäßig ins Ausland, u.a. nach Schweden, Australien, Frankreich, Europäische Südsternwarte (ESO) in Chile, Japan, Schweiz, USA, etc.. Ihre Forschungsschwerpunkte sind u.a. Stellare Aktivität und Magnetismus, die damit zusammenhängende Entwicklung junger Sterne und ihr Einfluss auf die Lebensfreundlichkeit (Voraussetzungen für Habitabilität) von Exoplaneten. Sie wirft mittels Magnetfeld-Analysen Blicke in die Vergangenheit von Sternen und hält es nicht für unmöglich, dass Menschen einmal auf weit entfernten Planeten leben werden.
Die Sonne, andere Sterne und ihr Einfluss auf die Entstehung von lebensfreundlichen Planeten war das Thema ihres Vortrags.

In unserem Sonnensystem befinden sich die Planeten Venus, Erde und Mars in der habitablen Zone, wo somit Leben möglich ist.
Auf Venus und Mars fehlt die Plattentektonik, damit dürfte der höhere CO2-Gehalt auf Venus (96%) erklärbar sein. Venus besitzt kein Magnetfeld; am Boden der Venus herrscht ein Atmosphärendruck von rund 92 Bar – das 92-fache des irdischen Luftdrucks am Boden, entspricht dem Druck in einer Tiefe von über 900 Metern unter der Meeresoberfläche.
Der rote Planet Mars besitzt heute ebenso kein globales Magnetfeld mehr und hat nur eine sehr dünne Atmosphäre. Durch jüngere Weltraummissionen wissen wir jedoch, dass der Mars einmal ein Magnetfeld besaß, dessen Signatur in über 4 Milliarden Jahren alten Krustengesteinen erhalten ist.
Während es vor Milliarden von Jahren auf dem Mars Flüsse und einen großen Ozean gab, möglicherweise auch primitive Lebensformen existierten, sind heute im Marsboden nur noch geringe Mengen gefrorenen Wassers vorhanden, der Großteil entwich seither unwiederbringlich ins All.
Und wäre Saturn näher der Sonne, hätte dies Einfluss auf die Erdumlaufbahn und damit auf deren Habitabilität, somit auf die Existenz von Lebensformen.
Das KEPLER-Weltraumteleskop beobachtete einen festen Ausschnitt des Sternenhimmels mit ca. 190.000 Sternen im Sternbild Schwan, um extrasolare Planeten mit Hilfe der Transitmethode zu entdecken (2009 – 2018).
Der Start der Mission TESS (Transiting Exoplanet Survey Satellite), eines Weltraumteleskops der NASA zur Suche nach Exoplaneten, fand am 18. April 2018 mit einer Falcon 9 statt.
CHEOPS (CHaracterizing ExOPlanets Satellite) ist der erste europäische Satellit (ESA), der sich der Erforschung extrasolarer Planeten widmet, der Starttermin ist für 2019 eingeplant.
Die Starts von CUTE (Colorado Ultraviolet Transit Experiment, Start 2020 – NASA), PLATO (Start 2026 – ESA) und ARIEL (Start 2028 – ESA) sind in den nächsten Jahren geplant.
Meist werden mittels der Transitmethode hochpräzise Helligkeitsmessungen des Sterns verwendet, um Planeten und deren Atmosphären indirekt nachzuweisen: Zieht ein Planet zwischen seinem Mutterstern und dem erdgebundenen Beobachter durch, verdunkelt er den Stern geringfügig. Durch präzise Messung dieser Verdunkelungen („Transits“) lassen sich Rückschlüsse auf die Eigenschaften des Planeten, seine Größe und Masse ziehen. Weiters geben Beobachtungen in verschiedenen Wellenlängen Hinweise auf die Zusammensetzung und Struktur der Planetenatmosphäre und das Vorhandensein von Wolken auf dem Planeten.
Erdähnliche Exoplaneten wie Proxima Centauri b, Trappist 1 (mit sieben erdähnlichen Planeten), Kepler-186f und andere, in der Größe der Erde vergleichbar, geben Hoffnung, dass die Suche nach erdähnlichen habitablen Planeten erfolgreich verläuft.Atmosphären von Exoplaneten wurden bereits nachgewiesen.

Etwa 25 ANTARES-Mitglieder nahmen am Vereinsabend am Freitag, 10.05.2019 ab 18:00 h im Gasthof Leo GRAF, 3100 St. Pölten teil.
Nach der Begrüßung und dem Vortrag von Dr. Theresa Rank-Lüftinger 19:00 h berichtete Gerhard Kermer über die geplante Geländeerweiterung; Holz lagert bereits auf dem Sternwartegelände, die Halterungen für die Zaunsteher wurden geschweißt und verzinkt, die Zaunsteher in der erforderlichen Länge zugeschnitten und gehobelt, in Kürze werden diese zwecks Optimierung der Haltbarkeit geölt, DOKA-Schalungsplatten wurden angeliefert.
Nach der in wenigen Tagen zu erwartenden Baugenehmigung sind die Baumaschinen bestellt, für Montag, 20.05.2019 ist der Baubeginn angesetzt.
Nach der Aufschüttung des Parkplatzes werden (in einigen Bauschritten) die Umfassungsmauer errichtet, die Zaunsteher aufgerichtet und der Zaun samt Windschutz aufgebaut. Zwischenzeitig wird das weitere Gelände aufgeschüttet und die Voraussetzungen für den Bau der Lagerhütte, der AMO’s (ANTARES Mini Observatories) und der Plattformen geschaffen.

Nach einer Kurzübersicht über das Vereinsprogramm (Vereinsausflug, Vereinsgrillereien inkl. Führung durch Brauerei Hainfeld) freuten wir uns, Samuel Schnierer wieder unter uns begrüßen zu können. Samuel ist seit früher Jugend ANTARES-Mitglied und hat neben seinen privaten Beobachtungsnächten erfolgreich Führungen mitgestaltet.
Noch immer ist er Hobby-Astronom, er hat sich als begeisterter Naturbeobachter der Naturfotografie verschrieben.
Über seine Faszination für Vögel und ihrer unterschiedlichen Lebensweisen, die zum Schwerpunkt seiner Beobachtungen und seiner Naturfotografie geworden sind, und über seine fotografischen Höhepunkte hat er an diesem Abend berichtet.
Faszinierende Fotos, aufgenommen teils im burgenländischen Seewinkel (Neusiedler See, Hansag, Lange Lacke Illmitz), aber auch im Voralpengebiet boten einen Überblick über die Artenvielfalt.
Samuel wies aber auch auf die Gefährdung dieser Artenvielfalt durch eine zu frühe Mahd und eine dadurch bedingte Vereinsamung der landwirtschaftlichen Flächen durch Reduktion der für das Überleben der Vogelarten erforderlichen Insektenvielfalt hin.
Andererseits zeigte er bei uns nicht heimische Vogelarten, die wie immer auch ihren Weg zu uns gefunden haben.
Wir freuen uns für und mit Samuel über seine Begeisterung für Naturfotografie, die für ihn aber auch in dunklen Nächten noch immer seinen Blick zum Himmel in die unendlichen Weiten des Weltalls schweifen lässt.
Wir freuen uns, Samuel bei der einen oder anderen Vereinsaktivität wieder in unserer Mitte begrüßen zu können.
Und diese und weitere Fotos können in seiner Website betrachtet werden.
I https://www.fotografieschnierer.at

Persönlicher Austausch, Fachgespräche, Astrofotos, kurze Besprechungen zu Vereinsterminen, privat plaudern; der weitere Verlauf dieses Vereinsabends gehörte unseren Mitgliedern. Dieser Mix macht jeden unserer Vereinsabende zu einem gelebten Fixpunkt in unserem Vereinsleben.

VORSCHAU

Vereinsabend Freitag, 14.06.2019
In den Monaten Juni – August finden die Vereinsabende
als vereinsinterne Veranstaltung auf dem Gelände der
NOE VOLKSSTERNWARTE 3074 MICHELBACH statt.
Grillen, plaudern, beobachten – ALLE Mitglieder sind dazu herzlich eingeladen!
Grillgut bitte selbst mitnehmen, Getränke sind vorrätig!

Freitag, 14.06.2019
16:00 h Brauerei Hainfeld
Brauereiführung
Treffen ab 18:00 h (Sternwartegelände zur Grillerei)
19:00 h Begrüßung, Vereinsnachrichten
Grillerei
Ab 20:00 h Kein Vortrag geplant
Bei sternklarem Himmel Beobachtungsnacht!

Anmeldung zur Führung Brauerei Hainfeld bei Gerhard Kermer ab sofort möglich!
ANMELDUNG unbedingt erforderlich!
Beschränkte Teilnehmeranzahl!

Gerhard KERMER
ANTARES-Vorsitzender
Öffentlichkeitsarbeit und Führungen
M 0664 73122973
E gerhard.kermer@aon.at

Vereinsabend April 2019

NACHLESE
Vereinsabend
Freitag, 12.04.2019

Wir trauern um Prof. Hermann Mucke und DDr. Thomas Posch.
Prof. Hermann Mucke, langjähriger Leiter des Astronomischen Büros in Wien und Initiator des „Sterngartens“ am Georgenberg in Wien-Liesing, hat Menschen für Astronomie begeistert und war Wegbegleiter für viele Hobbyastronomen.
DDr. Thomas Posch, Institut für Astrophysik Wien, seine Fachbereiche waren Astromineralogie, die Erforschung von Massenverlustprozessen, die Naturphilosophie, die Astronomiegeschichte, die Erhaltung des Nachthimmels und die astronomische Öffentlichkeitsarbeit, war kurzzeitig auch ANTARES-Mitglied.
Beide Herren haben Vorträge bei unseren Vereinsabenden gehalten.
Nach einer Schweigeminute begrüßte Gerhard Kermer etwa 20 Mitglieder zu diesem Vereinsabend.

Die Führungssaison wurde Ende März erfolgreich gestartet, bei 3 Führungen konnten wir mehr als 100 Besucher begrüßen. Vorerst ein DANKE an die Führungsmannschaft, die mit ihrem Engagement und ihrem Wissen zu diesem Erfolg beiträgt; wir wollen alle Mitglieder zu diesen Führungen einladen, sei es als Teil des Führungsteams, sei es als Besucher! Ein dunkler Nachthimmel garantiert beste Beobachtungsbedingungen!

Die Geländeumwidmung wurde genehmigt, die Einreichpläne für das Bauvorhaben „Geländeerweiterung“ werden noch um die behördlichen Vorgaben ergänzt; nach Erteilung der Baugenehmigung ist ein Baubeginn ab etwa Anfang Mai wahrscheinlich.
Die vereinsinterne Kommunikation über die einzelnen Baufortschritte erfolgt an den Vereinsabenden und wird in den Nachlesen für alle Mitglieder dokumentiert.
Allfällige weitere Fragen werden gerne persönlich von Peter und mir beantwortet.

Wolfgang Pröll, ANTARES-Mitglied, hat 2 Bücher verfasst, in denen er sich Gedanken über die Vergänglichkeit und das Wesen der Zeit gemacht hat. Diese hat er an diesem Vereinsabend vorgestellt.
Diese beiden Bücher sind über den Buchhandel bestellbar, Lieferung erfolgt nach wenigen Tagen!

BUCHTIPPS
Alles fließt
Ein Roman über die Vergänglichkeit
Glauben Sie, dass alle Dinge vergänglich sind, das alles fließt (wie Heraklith sagt) –oder daran, dass es doch etwas Beständiges in der Welt gibt?
Eine Studentin und ein junger Schriftsteller beschäftigen sich an einem stillen See mit dieser Frage, bis eine Katastrophe passiert.
Verlag BoD – Books on Demand, Norderstedt
https://www.bod.de
226 Seiten
ISBN 9783848214419

Grüße vom Zeitgeist
Haben Sie Zeit? Wissen Sie, was Zeit eigentlich ist?
In diesem Roman versucht ein junger Architekt diese Frage zu lösen, indem er kreuz und quer durch Europa reist und Stätten besucht, an denen er Hinweise auf das Phänomen der Zeit erhofft. Daneben sucht er nach seiner verschwundenen Liebe.
Verlag BoD – Books on Demand, Norderstedt
399 Seiten
ISBN 9783734734946

Skypen mit Paul – Paul Beck berichtet über seine Forschungsbereiche
Das wäre der nächste Tagespunkt gewesen;
Da Univ.-Prof. Dr. Gerhard Hensler, Institut für Astrophysik Wien, Universität Wien, gesundheitsbedingt absagen musste, wird sein Vortrag “Zwerggalaxien – die idealen Laboratorien zum Verständnis astrophysikalischer Prozesse“ an einem noch zu vereinbarenden Termin nachgeholt.
Paul berichtete über seinen im März erfolgten Wechsel vom Instituto de Astrofisica de Canarias, La Laguna, Tenerife, an die Universität Graz, Institut für Physik, Naturwissenschaftliche Fakultät, wo er neben seiner Forschungstätigkeit in den nächsten 5 Jahren auch der Lehrtätigkeit nachkommt. Wir wünschen ihm dafür VIEL ERFOLG!

Wir danken Paul auch dafür, dass er spontan für einen Vortrag über „NASA TESS and its
ride on a Falcon9“ an diesem Abend zugesagt hat.
“TESS“ (Terrestrial Exoplanet Survey Satellite), eine NASA-Mission zur Entdeckung von Exoplaneten mittels Transitmethode, gestartet am 18.04.2018 von Cap Canaveral mit einer Falcon 9, erreichte nach einem zwei Monate andauernden komplexen Flugmanöver mit einem Swing-by am Mond die geplante Erdumlaufbahn.
Das Weltraumteleskop KEPLER beobachtete in einem festen Ausschnitt des Sternenhimmels mit ca. 190.000 Sternen im Sternbild Schwan im Bereich zwischen 300 und 3000 Lichtjahren überwiegend Rote Zwerge zwecks Entdeckung extrasolarer Planeten mittels Transitmethode. Besondere Zielsetzung war die Auffindung vergleichsweiser kleiner Planeten (wie unsere Erde oder kleiner) und damit auch potenziell bewohnbarer („habitabler“) extrasolarer Planeten.
TESS verwendet zwar ebenso wie KEPLER die Transitmethode zur Entdeckung von Exoplaneten, der Fokus liegt jedoch auf deutlich helleren Sternen, die unserem Sonnensystem am nächsten sind. Mit einer Durchmusterung von etwa 85% des Himmels werden hauptsächlich sonnenähnliche Sterne der Typen G, K und M mit einer Helligkeit bis zu 12 mag in einer Entfernung zwischen 30 und 300 Lichtjahren beobachtet. Es wird mit mehreren tausend Planetenkandidaten gerechnet, wovon 300 in der Größenordnung der Erde sein sollen.
Ausgestattet mit 4 x 10cm- Weitwinkelteleskopen und zugehörigen CCD-Detektoren folgt nach der Durchmusterung der südlichen Hemisphäre im ersten Betriebsjahr die nördliche im zweiten Jahr. Die Rohdaten sollen im Intervall von 13,7 Tagen zur Erde geschickt werden.

Im zweiten Teil seines Vortrags ging Paul auf Elon Musk ein, der mit seinen Visionen die Menschheit mittels sauberer Energie und Elektroautos verbessern möchte.
Neben seinem sehr aggressiven Führungsstil nutzt er vorwiegend eigenes Geld, um Investoren zu vermeiden.
PayPal, SolarCity sowie Tesla sind einige seiner Firmengründungen.
Mit seinem Raumfahrtunternehmen SpaceX möchte er Menschen auf den Mond und zum Mars bringen. Um die Rakete Falcon 9 wiederverwertbar zu machen und somit Kosten einzusparen, soll diese senkrecht auf einem autonomen Drohnenschiff landen.
Gegenüber den von der NASA konzipierten Raumschiffen sind die Falcon-Raketen kostengünstiger zu betreiben, diese werden bereits als Versorgungseinheiten für Flüge zur ISS genutzt.
Falcon 9 kann 22.800 kg in den erdnahen Orbit und 5.500 kg, mit voller Schubkraft 8.300 kg in eine geostationäre Umlaufbahn bringen.
Jeffrey „Jeff“ Preston Bezos, ein US-amerikanischer Unternehmer und Investor und Gründer des Onlineversandhändlers Amazon, gründete 2000 das Raumfahrtunternehmen „Blue Origin“, das wiederverwendbare Trägersystemen und Raumfahrzeuge, die senkrecht starten und landen, um Menschen an den Rand des Weltraums zu befördern, entwickelt.

Fritz berichtete noch über ein erstmals mittels Radioastronomie aufgefundenes „Schwarzes Loch“ und über die von ihm geplante Beobachtung von Pulsaren mittels Radioastronomie.

An einer Lösung zur Wiederinstandsetzung der Montierung des Hypergraphen zur Nutzung für Astrofotografie wird gearbeitet.

Der weitere Verlauf des Vereinsabends nahm seinen gewohnten Verlauf, er gehörte unseren Mitgliedern: Persönlicher Austausch, Fachgespräche, Astrofotos, kurze Besprechungen zu Vereinsterminen oder einfach nur privat plaudern. Dieser Mix macht jeden unserer Vereinsabende zu einem gelebten Fixpunkt in unserem Vereinsleben.

 

VORSCHAU
Vereinsabend Freitag, 10.05.21019
19:00 h Begrüßung, Vereinsnachrichten
19:10 h Naturfotografie mit Samuel
Samuel Schnierer ist Hobby-Astronom und begeisterter Naturbeobachter
19:30 h Dr. Theresa LUEFTINGER
Institut für Astrophysik der Universität Wien
Die Sonne, andere Sterne und ihr Einfluss auf die Entstehung
von lebensfreundlichen Planeten

Vereinsabend Freitag, 14.06.2019
Vor der Vereinsgrillerei
16:00 h Brauerei Hainfeld
Brauereiführung
Anmeldung bei Gerhard Kermer ab sofort möglich

Gerhard KERMER
Vorsitzender
Öffentlichkeitsarbeit und Führungen
M 0664 73122973
E gerhard.kermer@aon.at

Vereinsabend März 2019

NACHLESE
Vereinsabend
zeitgleich außerordentliche Generalversammlung und Vorstandswahl
Freitag, 08.03.2019

In der außerordentlichen Generalversammlung und Vorstandswahl wurden mit Stimmenmehrheit Gerhard Kermer als Vorsitzender und Peter Messerer als Stellvertreter bestätigt; Gerhard Zartl ist Kassier, Roland Muttenthaler sein Stellvertreter; Jürgen Stapf übernimmt die Funktion des Schriftführers, Manfred Hackl die seines Stellvertreters.
Als Fachbereichsleiter ist Peter Messerer Sternwarteleiter und Projektleiter Sternwarteausbau, Wolfgang Aron betreut das Projekt VisBeo (Objekt-Dokumentation Visuelle Beobachtung), Jürgen Stapf ist zuständig für Mitgliederschulung und ist Koordinator Beobachtungstermine, Gerhard Kermer ist verantwortlich für Führungen und Öffentlichkeitsarbeit.
Martin Kainz und Maga. Barbara Trinkl wurden als Rechnungsprüfer gewählt.

Besonders erfreulich ist, dass der Bescheid für die Geländeumwidmung eingelangt ist. Nach der Baugenehmigung wird das Bauvorhaben in Angriff genommen.

In einem etwa 20-minütigen Vortrag berichtete Bernhard Burger, ANTARES-Mitglied, über seine Erfahrungen mit Astrofotografie auf ROBOTIC-Sternwarten: beruflich viel unterwegs, kann er aus Teleskopen unterschiedlicher Größe und einer Anzahl von auch auf der Südhalbkugel liegenden Beobachtungsorten auswählen, der Preis richtet sich nach Teleskopgröße, die Ergebnisse sind sehenswert.

Über „Gravitationswellen aus der Sicht eines Physikers“ berichtete im Anschluss Kurt Descovich, Hobbyastronom und Redakteur des Rundschreibens „sonne+zeit“ der GSA.
Kurt Descovich, geb. 30.09.1945, besuchte von 1959-1964 das TGM Wien 9 (Motoren- und Kraftfahrzeugbau); nach der Ableistung des Präsenzdienstes (Einjährig Freiwilliger, Pioniere und Hubschrauber-Bodenmannschaft) studierte er von 1965-1972 an der TU Wien Theoretische Physik (Prof. Hittmair), 1969 trat er in die Fa. Medek & Schörner (Präzisionsmechanik und Elektronik (heute „Mechatronik“), Erzeugung von Maschinen für die Kabelindustrie) ein, deren Geschäftsführer er in den Jahren 1985-2012 war.
Mit gelegentlichen Vorträgen („Führungen“) an der Kuffner-Sternwarte in Wien ab 1998 erfolgte sein Einstieg in die (Hobby-) Astronomie.
Nach dem Bau einer Sonnenuhr in Allentsteig im Jahr 2009 kam er in Kontakt mit Walter Hofmann und wurde Mitglied bei der 1990 von Karl Schwarzinger gegründeten GSA (Gonomonicae Societas Austriaca = Arbeitsgruppe Sonnenuhren im Österreichischen Astronomischen Verein), ab 2010 ist er Redakteur des zweimal jährlich erscheinenden Rundschreibens „sonne+zeit“ der GSA.
Seit 2009 Mitglied bei der Waldviertler Astronomischen Gesellschaft (WAG), die in Höhenberg, nahe der tschechischen Grenze, eine Sternwarte betreibt, hat Kurt Descovich immer Freude mit astronomischen, physikalischen und mathematischen „Fingerübungen“ – er ist lieber Theoretiker als praktisch beobachtender Astronom.

Bereits von Albert Einstein in seiner Allgemeiner Relativitätstheorie vorhergesagt, dass Energie in Form von Gravitationswellen von beschleunigten Massen ausgestrahlt wird, hat Einstein aber wegen ihres äusserst geringen Einflusses auf die Raumgeometrie (relative Längenänderungen 10-21!) daran gezweifelt, dass Gravitationswellen jemals nachweisbar sein würden.
Das Thema von Kurt Descovichs Vortrag war „Gravitationswellen aus der Sicht eines Physikers“, wo er auf die Herausforderungen für den Nachweis dieser Gravitationswellen einging.
Voraussetzung für den Nachweis von Gravitationswellen ist, dass die Massen groß sind und ihre Beschleunigung beträchtlich ist; das ist beim Verschmelzen von zwei Neutronensternen oder Schwarzen Löchern gegeben!
Zu Lebzeiten Einsteins waren diese technischen Möglichkeiten zum Nachweis nicht gegeben; bereits in den 1960er Jahren wurde versucht, mittels Resonanz-Zylindern Gravitationswellen zu messen, in den 1970er Jahren wurde die Möglichkeit der Verwendung von Interferometern für diese Suche realisiert.
Einen indirekten Hinweis auf die Existenz dieser Wellen gab es durch den im Jahre 1974 von Russell Hulse entdeckten Doppelpulsar PSR 1913+16. Die Variationen in der Umlaufbahn dieses Doppelsystems stimmten exakt mit den Vorhersagen der Allgemeinen Relativitätstheorie zur Abstrahlung von Gravitationswellen überein. 1993 erhielt Russell Hulse für diese Entdeckung den Nobelpreis für Physik.
Am 14.09.2015 gelang der internationalen LIGO-Gruppe erstmals der erste Nachweis eines Gravitationswellen-Signal („GW 150914“)!
LIGO (Laser Interferometer Gravitational-Wave Observatory / Laser-Interferometer Gravitationswellen-Observatorium) besteht aus zwei Observatorien, deren Hauptaufgabe ist die direkte Messung von Gravitationswellen kosmischen Ursprungs.
Die beiden LIGO-Observatorien befinden sich, etwa 3000 km voneinander entfernt, in Hanford (Washington) und in Livingston (Louisiana); das Licht benötigt für die Strecke zwischen den beiden Stationen benötigt 10 ms. Da sich Gravitationswellen mit Lichtgeschwindigkeit ausbreiten, kann aus dem Laufzeitunterschied zwischen mindestens drei in diesen Observatorien gemessenen Signalen auf die Position der eigentlichen Quelle am Himmel geschlossen werden. Außerdem können dadurch zahlreiche irdische, sich langsamer ausbreitende Störungen (wie Vibrationen, entfernte Erdbeben etc.) ausgeschlossen werden.
Jedes Observatorium besitzt ein L-förmiges Ultrahochvakuumsystem mit einer Schenkellänge von jeweils vier Kilometern, in dem ein Laser-Interferometer untergebracht ist. Das Observatorium in Hanford besitzt ein zweites, im selben Vakuumsystem untergebrachtes Interferometer mit einer Schenkellänge von zwei Kilometern.
Ursprünglich 1992 von Kip Thorne, Ronald Drever (Caltech) und Rainer Weiss (MIT) gegründet, beschäftigt das LIGO-Projekt inzwischen hunderte Wissenschaftler in über 40 Instituten weltweit.
Das Max-Planck-Institut für Gravitationsphysik (Albert-Einstein-Institut), Hannover, arbeitet sehr eng mit dem Institut für Gravitationsphysik der Leibniz Universität Hannover zusammen. Beide Institute spielen eine führende Rolle bei der Entwicklung der Gravitationswellenastronomie. Die Konstruktion, der Betrieb und die Weiterentwicklung des Gravitationswellen-Detektors GEO600 in Zusammenarbeit mit dem globalen Netzwerk der anderen großen Detektoren sind Aufgaben der Institute. Das AEI ist federführend in der Vorbereitung der Satellitenmissionen LISA Pathfinder und LISA.
LISA Pathfinder (SMART-2) ist ein Forschungs- und Erprobungssatellit der ESA zum Test der Messgeräte und Technologien für die geplante Mission eLISA/NGO (Evolved Laser Interferometry Space Antenna/ New Gravitational wave Observatory); mit denen Techniken zum Nachweis von Gravitationswellen erprobt werden.
Für den Nachweis der Gravitationswellen erhielten Forscher der LIGO-Gruppe 2017 den Nobelpreis für Physik.

Inzwischen (Jänner 2019) kann man stolz auf 11 registrierte Signale verweisen, von denen eines, „GW170817“ durch das Verschmelzen zweier Neutronensterne erzeugt wurde; dieses konnte auch als Gammastrahlungsblitz GRB170817A in der Galaxie NGC 4993 im Sternbild Hydra registriert werden.

Im Vortrag wurde auf die Schwierigkeiten des experimentellen Nachweises von Gravitationswellen und ihre Lösung sowie auf die Ortung ihrer Quellen am Sternenhimmel eingegangen.
In der anschließenden Frage – und Antwortrunde wurde noch auf Details eingegangen.

Weiterführende Links (Auswahl)
https://de.wikipedia.org/wiki/LIGO
https://www.aei.mpg.de/165375/AEI_Hannover
https://de.wikipedia.org/wiki/LISA_Pathfinder

Der anschließende Teil gehörte unseren Mitgliedern, mit astronomischen und privaten Plaudereien endete dieser Vereinsabend.

VORSCHAU
Vereinsabend
Freitag, 12.04.2019
Treffen ab 18:00 h
19:00 h Begrüßung, Vereinsnachrichten
19:15 h Skypen mit Paul
Paul Beck berichtet über seine Forschungsbereiche
19:30 h Univ.-Prof. Dr. Gerhard Hensler
Institut für Astrophysik Wien, Universität Wien
Zwerggalaxien – die idealen Laboratorien
zum Verständnis astrophysikalischer Prozesse

Gerhard KERMER
Vorsitzender
Öffentlichkeitsarbeit und Führungen
M 0664 73122973
E gerhard.kermer@aon.at