Vereinsabend Juni 2018

Nachlese

Vereinsabend

Freitag, 08.06.2018

Marktgemeinde Michelbach
Im Altertum Teil der Provinz Noricum, wurde die Gemeinde 1124 erstmals als Michilpach erwähnt. Während der Ersten Wiener Türkenbelagerung wurde ein Großteil des Ortes verwüstet, 1541 von der Pest heimgesucht, folgten weitere Epidemien in den Jahren 1574 und 1583, die vielen Opfer fehlten in der Landwirtschaft und brachten viele Grundbesitzer und Bauern in große Not. Bei der Zweiten Türkenbelagerung verloren 274 Menschen aus Michelbach ihr Leben, die Pfarrkirche wurde dem Erdboden gleichgemacht, ab 1708 wurde eine neue Kirche errichtet.
Ab 1710 siedelten sich neue Leute an und bauten die Dörfer neu auf, den einzelnen Häusern wurden 1787 Konskriptionsnummern zugeteilt. Die Napoleonischen Kriege überstand Michelbach unversehrt. 1921 richtete ein Hochwasser in Michelbach große Schäden an, aus dem 2. Weltkrieg kehrten 72 Soldaten nicht mehr zurück.
Heute leben 918 Einwohner (Stand 31.10.2016) auf einer Fläche von 24,95 km² in den 8 Katastralgemeinden Finsteregg, Gstetten, Kleindurlas, Kropfsdorf, Mayerhöfen, Michelbach Dorf, Michelbach Markt und Untergoin. Vereine beleben das Gemeindeleben mit zahlreichen Aktivitäten. Geprägt hauptsächlich von Land- und Forstwirtschaft, wächst hier die Elsbeere, die in zahlreichen Varianten weiterverarbeitet wird.
Gut erschlossene Wanderwege ziehen Besucher an.
So führt der Michelbacher Sternwarteweg auf 2 verschiedenen Routen (Variante 1 – 8,5 km, rund 3,5 Stunden Gehzeit; Variante 2 – 12,6 km, rund 4 3/4 Stunden Gehzeit) auch an der Sternwarte vorbei.
Der Michelbacher Most- und Köhlereiweg (4 km, 1,5 Stunden Gehzeit, leichter Wanderweg) führt von einem aktiv betriebenen Kohlenmeiler zu einem Mostheurigen.

Und vor unserem Vereinsabend trafen einander 15 Mitglieder bei der Wald Köhlerei Hochecker, Kleindurlas 13, 3074 Michelbach, wo uns Frau Theresia Hochecker Wissenswertes über die Produktion von Holzkohle im neu errichteten Köhlerhaus vermittelte.
Die Familie Hochecker betreibt neben Landwirtschaft und Viehhaltung (Milchwirtschaft) auch Forstwirtschaft. Das bei der Durchforstung des Waldes anfallende gemischte Holz (Buche, Eiche, Birke, Fichte, Tanne) wird für die Erzeugung von Holzkohle, seit jeher ein traditionell, bäuerliches Nebengewerbe, genutzt und selbst vermarktet. Früher wurde Holzkohle für die Eisenindustrie benötigt, heute wird sie fast nur mehr zum Grillen verwendet.
In einer der letzten Köhlereien Österreichs wurde uns die Produktion und Entstehung der Holzkohle, in die die gesamte Familie eingebunden ist, mit einer Power-Point-Präsentation erklärt und mit einem Film augenscheinlich gemacht.
Auf einem „Kohlgrubn“ bezeichneten Platz werden etwa 1 m lange Holzstücke zu einem Holzstoß in drei Etagen aufgeschichtet, mit frischem Reisig („Grass“) wird der Meiler behängt, mit der „Lösch“ (Gemisch aus Erde, Sand, Asche und Holzkohlenresten) wird er abgedeckt und danach mit Holzkohlenstücken in einem mittig angebrachten Rohr angezündet. Holzkohle entsteht durch „trockene Destillation“, also durch Erhitzen unter Luftabschluss (Holzverschwellung); dieser Vorgang dauert etwa 4 Wochen.
Zum Abschluss konnten wir in der „Kohlgrubn“ neben dem bereits zum Abbau der Holzkohle bereiten Meiler auch einen rauchenden Kohlenmeiler sowie die zum Abfüllen in Säcke fertige Holzkohle direkt vor Ort besichtigen.
2011 wurde das Handwerk der Köhlerei in das Verzeichnis des immateriellen Kulturerbes in Österreich aufgenommen, die Familie Hochecker ist stolz darauf, ein lebendiger Teil dieses Erbes sein zu können.

Nähere Infos über die Familie Hochecker und die Produktion von Holzkohle sind nachlesbar unter https://www.holzkohle.at/Koehlerei/Willkommen.html

Beim Eintreffen auf dem Sternwartegelände wurde bereits fleißig gegrillt. Fleisch und Gemüsestücke wurden aufgelegt, angeregte Gespräche an den Tischen sorgten für eine entspannte Atmosphäre. Einige Damen haben uns mit mitgebrachten Kuchen erfreut und verwöhnt – DANKE für diese Aufmerksamkeiten.

Die Teilnehmer an der Namibia-Reise auf die HAKOS-Farm waren vollzählig anwesend, über ihre Eindrücke konnten wir uns austauschen und mit eigenen Erfahrungen vergleichen. Unvergesslich für uns bei vergangenen Aufenthalten die Fahrt auf den Gamsberg, wurden dieses Jahr das H.E.S.S.-Teleskop und eine Nashornfarm besucht. Und natürlich kam die Beobachtung und die Astrofotografie nicht zu kurz, die Objekte des Südsternhimmels und die Milchstraße beeindruckten, wir freuen uns über einen Bericht über diese Namibia-Reise an einem der nächsten Vereinsabende.

Im Vortragssaal präsentierte Peter das neu installierte elektronische EVVA-Schließsystems AirKey, das sich – je nach Wunsch – sowohl mit hochsicheren NFC-Smartcards als auch bei Nutzung von Smartphones mittels AirKey-App bedienen lässt.
NFC-Smartcards wurden ausgegeben bzw. die Zutrittscodes via Smartphopne aktiviert.
Für die Aktivierung der persönlichen Zugangsberechtigung werden Vorname, Zuname und – bei Smartphonenutzung – die Mobilphonenummer des jeweiligen Nutzers eingepflegt.
Auszug aus der Website https://www.evva.com/at-de/produkte/elektronische-schliesssysteme-zutrittskontrolle/airkey, in der auch die Datenschutzbestimmungen und die Funktion des Systems nachgelesen werden kann.

AirKey erfüllt EU-Datenschutzverordnung
AirKey erfüllt schon heute, vor Einführung der EU-Datenschutzverordnung, die mit Mai 2018 geltend wird, die strengen Datenschutzrichtlinien. Gemeinsam mit dem anerkannten Datenschutz-Experten Dr. Christof Tschohl wurde AirKey zum datenschutzfreundlichsten Zutrittssystem entwickelt.

Da der Himmel zuzog, entfiel die geplante gemeinsame Beobachtungsnacht.

Insgesamt nahmen 35 Mitglieder, Familienangehörige und Kinder inkludiert, an diesem Vereinsabend teil.

VORSCHAU
ANTARES-VEREINSABEND
Freitag       13.07.2018

Grillen, plaudern, beobachten – ALLE Mitglieder (mit Familie, Freunden, Bekannten) sind dazu herzlich eingeladen!
Grillgut bitte selbst mitnehmen, Getränke sind vorrätig!

Sternwartegelände Michelbach
Treffen ab 18:00 h
19:00 h       Begrüßung, Vereinsnachrichten
                   Grillerei
Ab 20:00 h  Kein Vortrag geplant
                   Zeit rund um Neumond
                   Gemeinsame Beobachtung geplant

Wir freuen uns wieder über die Teilnahme zahlreicher Mitglieder, die diesen Abend gemeinsam verbringen wollen.

Vereinsabend Mai 2018

Nachlese

Vereinsabend

Freitag, 11.05.2018

Christi Himmelfahrt am Donnerstag, somit verlängertes Wochenende, Neumondphase, einige Mitglieder in Namibia; am Freitag, 11.05.2018 ab 18:00 h kamen 15 ANTARES-Mitglieder bei unserem Vereinsabend im Gasthof Leo GRAF, 3100 St. Pölten zusammen.
Essen und gemeinsame Gespräche ließen die Zeit bis zum offiziellen Beginn rasch vergehen.
Gerhard Kermer berichtete über Neuigkeiten aus dem Verein.
35 Teilnehmer wanderten am Sonntag, 06.05.2018 beim Vereinsausflug zum Leopold-Figl-Observatorium, einer Außenstelle des Instituts für Astrophysik in Wien, auf dem Mitterschöpfl. Ao. Univ. Prof. Dr. Werner Zeilinger führte uns etwa 2 Stunden lang durch die Sternwarte, gab geschichtliche Informationen, berichtete über den Bau, die Standortbedingungen, wissenschaftliche Forschung und Praktika der Studenten mit Österreichs größtem Teleskop (1,5m Ritchey-Chretien-Cassegrain-Spiegelteleskop, Hauptspiegeldurchmesser 1,52 m, Brennweite 12,5 m; Durchmesser Sekundärspiegel 0,52 m; Gesamtgewicht 24 t, Fernrohr 23 t; seit 1996 werden die Bilder digital mit dem OEFOSC (Oesterreich Faint Object Spectrograph and Camera) gewonnen; seit 2010 von Wien aus per Computer steuerbar), erklärte uns die Einrichtungen des Observatoriums, zeigte uns die Hochvakuumanlage zur Aluminisierung von optischen Gläsern bis zu einem Durchmesser von 1,5 m und führte die Steuerung und den Betrieb vor.
Nach dieser etwa 2-stündigen Führung ließen wir nach dem Rückweg den Tag mit einem Mittagessen und gemeinsamen Gesprächen im Gasthaus St. Corona am Schöpfl ausklingen.

Die Geländeumwidmung für die Erweiterung des Sternwartegeländes ist eingereicht, Kontakte mit Firmen aufgenommen, erste Rückmeldungen erhalten.
Die Führungssaison ist erfolgreich gestartet; ein herzliches DANKE an alle Führungsmitglieder, die mit ihrem Engagement, mit ihrem Wissen ihre Begeisterung auch unseren Besuchern übermitteln.
Und wir dürfen uns wieder über Neumitglieder freuen.
Die Vereinsabende in den Sommermonaten finden auf dem Sternwartegelände statt; im Juni werden wir vorher die Wald Köhlerei Hochecker in Michelbach besuchen, wo in einem der letzten Kohlemeiler Österreichs Holzkohle produziert wird.

Franz Klauser, ANTARES-Mitglied und Astrofotograf, hat 1970, vorerst bescheiden, mit der Astronomie begonnen, frühzeitig wandte er sich der Astrofotografie zu.
Um der zunehmenden Lichtverschmutzung zu entgehen, hat Franz Klauser vor mehr als 20 Jahren den Traum von der eigenen Sternwarte in Puchenstuben, seinem Zweitwohnsitz auf 900 m Seehöhe, realisiert. In der selbstgebauten 4m-Kuppel befindet sich als Hauptinstrument ein 15″ Newton f/4,5. Vor 10 Jahren errichtete er eine 2. Sternwarte, eine Hütte mit abfahrbarem Dach, darin befinden sich weitere Teleskope.
Seit 7 Jahren in Pension, hat er mehrere Jahre hindurch Astronomiekurse bei der Kinderakademie in den Ferien abgehalten, macht immer wieder Führungen auf „seinem“ Planetenweg in Puchenstuben, betreut weiterhin das von ihm errichtete Schulplanetarium im BORG und ist auch in der Lehrerfortbildung tätig.
In seinem Vortrag berichtete er über

ABELL, ARP, HICKSON und Co – die Kataloge der Galaxienhaufen
Astronomische Kataloge, wie der Messier-, der NGC- und der IC-Katalog, sind Zusammenfassungen astronomischer Objekte mit gemeinsamen Eigenschaften; etwa der Form, Zusammensetzung oder ihrer Entdeckungsmethode.
Es gibt Kataloge für Objekte des Sonnensystems, für stellare Einzelobjekte (Sterne, Pulsare,…), aber auch für eher großräumige Objekte wie Sternhaufen, Interstellare Materie (diffuse und planetarische Nebel, Dunkelwolken, Molekülwolken) und extragalaktische Objekte wie Galaxien, Galaxienhaufen und Quasare.
Sein Vortrag konzentrierte sich, nach einer Übersicht über die Objekte diverser Astronomiekataloge, auf die Kataloge der Galaxienhaufen, zusammengestellt von ABELL, ARP und HICKSON; in einer Gegenüberstellung von professionellen und amateurtechnischen Aufnahmen sollte das unter „unserem“ Himmel Erreichbare veranschaulicht werden.

George Ogden Abell (* 01.03.1927 Los Angeles; † 07.10.1983 Encino, Kalifornien), ein US-amerikanischer Astronom, Professor an der University of California, Los Angeles, erstellte auf der Basis des Palomar Observatory Sky Survey seit den 1950er Jahren den Abell-Katalog (engl.: Abell catalog of rich clusters of galaxies), einen Katalog von 4073 Galaxienhaufen, mit dessen Hilfe erstmals die Struktur des Universums bis zu einer Rotverschiebung von etwa 0,2 untersucht werden konnte, und der bis heute von Bedeutung geblieben ist. Die erste Version, 1958 veröffentlicht, enthielt 2712 Galaxienhaufen. 1989 wurde er um 1361 Haufen des Südhimmels ergänzt (Aufnahmen des UK Schmidt Teleskops). Neben den Koordinaten sind Kennzahlen für die Mitgliederzahl, Kompaktheit und ungefähre Entfernung des Haufens angegeben.
Abell ist Mitentdecker des Kometen 52P/Harrington-Abell, der Asteroid (3449) Abell ist nach ihm benannt.

Halton Christian Arp (* 21.03.1927 New York; † 28.12.2013 München), ein US-amerikanischer Astronom, studierte an der Harvard University (B.A., 1949) bei Harlow Shapley (Vermesser der Milchstraße) und ging nach Los Angeles ans CalTech (Ph.D., 1953) zu Edwin Hubble. Ab 1953 Wissenschaftlicher Mitarbeiter der Carnegie Institution of Washington, forschte er am Mount-Wilson-Observatorium und am Palomar-Observatorium.
1955 wurde er Forschungsassistent an der Indiana University, ab 1957 war er 29 Jahre lang als Angestellter des Mount-Palomar-Observatoriums tätig.
Für seine umstrittene Theorie, nach der die Rotverschiebung speziell von Quasaren eine bisher unbekannte nicht-kosmologische Ursache hat und daher zur Bestimmung der Entfernung nicht geeignet ist, stellte er eine der Grundlagen der Urknalltheorie in Frage. Ebenso vertrat er eine alternative Gravitationstheorie im Sinne der Le-Sage-Gravitation.
Ob seiner Theorie erntete er viel Kritik; Kippenhahn holte ihn mit einem Stipendium in das Max-Planck-Institut für Astrophysik (MPA) in Garching bei München, wo Harp ab 1983 als unbezahlter Gastwissenschaftler am MPA geführt wurde. In seinem Katalog ungewöhnlicher Galaxien, den Atlas of Peculiar Galaxies, sind 338 ungewöhnliche Galaxien mit photographischen Aufnahmen aufgeführt.
I https://de.wikipedia.org/wiki/Atlas_of_Peculiar_Galaxies

Paul Hickson gilt als einer der Pioniere der Erforschung von Galaxiengruppen. Auf Grundlage der Untersuchungen der rotempfindlichen Fotoplatten (Sorte E) der Palomar Observatory Sky Survey (POSS) erschien 1982 sein erster Katalog im Astrophysical Journal mit dem Titel „Systematic Properties of Compact Groups of Galaxies“ (systematische Eigenschaften kompakter Galaxiengruppen). Erstmals wurden kompakte Gruppen definiert, Kriterien zu ihrer Typisierung erstellt, die Morphologie beschrieben, Aussagen zur Helligkeit und Verteilung der Mitglieder gemacht und letztlich 100 Beispielgruppen tabelliert. Sieben Jahre später wurde der „Hickson-Katalog“ verfeinert und durch fotometrische Messungen ergänzt. 1992 folgten noch Ergänzungen zu den Radialgeschwindigkeiten der Einzelgalaxien in den Gruppen.
Hickson Compact Group (HCG) ist ein Katalog mit 100 Galaxiengruppen, die wohl bekannteste enthaltene Galaxiengruppe im Katalog ist Stephans Quintett.
Die kompakten Gruppen von Hickson, die hellsten und nächsten uns bekannten, wurden seit den achtziger Jahren immer wieder untersucht. Besonderes Augenmerk wurde dabei auf ihre Umgebung, auf ihre Zwerggalaxienpopulation, den hohen Anteil an Dunkler Materie und ihre morphologische Zusammensetzung gelegt.
https://de.wikipedia.org/wiki/Hickson_Compact_Group

Mit zahlreichen seiner Astrofotos (Bildbearbeitung Manfred Wasshuber) arbeitete Franz Klauser die Merkmale der Objekte dieser Kataloge heraus und gab einen umfassenden Überblick über diese Galaxienkataloge.

Franz Klauser betreibt seine Privatsternwarte in Puchenstuben.
Anstelle einer Beschreibung möchte ich den Kommentar zum Astrofoto der Woche (AdW) vom 23.01.2017 einfügen, das HCG 10, die zehnte Gruppe im Hickson-Katalog, im Sternbild Andromeda zeigt.
Franz Klauser und Manfred Wasshuber sind die Bildautoren. In drei Herbstnächten (25.9., 26.9. und 22.10.2016) wurde belichtet. Aufnahmeort war Puchenstuben in Niederösterreich. Als Teleskop kam ein 12-Zoll-Astrograph (Marke ASA) zum Einsatz, Öffnungsverhältnis 1:3,6 bzw. Apertur f/3,6. Belichtet wurde mit einer CCD-Kamera FLI ML 8300, und zwar 16 x 15 min (L) und je 8 x 15 min (RGB), was insgesamt 10 Stunden ergibt. Alle Filter stammen von Baader.
Auch in dieser Woche ist das AdW die Gemeinschaftsarbeit zweier Astrofotografen. Franz Klauser hat die Bilder aufgenommen und Manfred Wasshuber hat die Bildbearbeitung übernommen. Herr Klauser nahm die Bilder in seiner Sternwarte in Puchenstuben auf. Den Lichtverschmutzungskarten nach zu urteilen ist das ein Beobachtungsort mit exzellenten Bedingungen. Die verwendete Ausrüstung lässt das Astrofotografenherz ebenfalls höher schlagen: Eine Montierung und ein 12-Zoll-Astrograph der österreichischen Teleskopschmiede ASA, sowie eine CCD-Kamera des US-Herstellers Fingerlakes Instruments. Die ASA-Teleskope überzeugen vor allem durch ihr „schnelles“ Öffnungsverhältnis, d.h. hohe Lichtstärke.
Beide Bildautoren sind schon seit Jahren eine feste Instanz in der deutschsprachigen Astroszene. Wirft man diese Zutaten nun alle in einen Topf, so sollte ein sehr gutes Astrofoto entstehen. Und so ist es auch, das vorliegende Bild ist technisch einwandfrei. Wir gratulieren den Autoren zum Ergebnis.

https://www.astronomie.de/aktuelles-und-neuigkeiten/alle-news-im-ueberblick/detailseite/detail/News/4-woche-die-kompakte-galaxiengruppe-hcg-10

Persönlicher Austausch, Fachgespräche, Astrofotos, kurze Besprechungen zu Vereinsterminen, privat plaudern. Waren dieses Mal auch weniger Mitglieder anwesend, so ist dennoch jeder unserer Vereinsabende ein gelebter Fixpunkt in unserem Vereinsleben.

VORSCHAU
ANTARES-VEREINSABEND
Freitag       08.06.2018

In den Monaten Juni – August finden die Vereinsabende
als vereinsinterne Veranstaltung auf dem Gelände der
NOE VOLKSSTERNWARTE 3074 MICHELBACH statt.
Grillen, plaudern, beobachten – ALLE Mitglieder (mit Familie, Freunden, Bekannten, sind dazu herzlich eingeladen!
Grillgut bitte selbst mitnehmen, Getränke sind vorrätig!

VOR dem VEREINSABEND
Freitag, 08.06.2018
16:00 h      Führung Holzmeiler
                   Wald Köhlerei Hochecker
                   Kleindurlas 13
                   3074 Michelbach
                  
                   In einer der letzten Köhlereien Österreichs
                   erleben wir die Produktion und Entstehung der Holzkohle
                   direkt am Kohlemeiler!
                   Das neu errichtete Köhlerhaus bietet Platz bis zu 50 Personen
                   Dauer ca. 90 min
                   Preis EUR 5,00 Person inkl. 1 Getränk

Um Anmeldung / Information über Teilnahme wird gebeten.

Sternwartegelände Michelbach
Treffen ab 18:00 h
19:00 h       Begrüßung, Vereinsnachrichten
                   Grillerei
Ab 20:00 h  Kein Vortrag geplant
                   Zeit rund um Neumond
                   Gemeinsame Beobachtung geplant

Wir freuen uns über die Teilnahme zahlreicher Mitglieder, die diesen Abend gemeinsam verbringen wollen.

Vereinsausflug Leopold Figl-Observatorium für Astrophysik

Nachlese

Vereinsausflug

Sonntag, 06.05.2018
Leopold Figl-Observatorium für Astrophysik

Sonntag          06.05.2018
Eintreffen        09:45 h
Beginnzeit      10:15 h

So begann die Einladung zu unserem Vereinsausflug, zu dem wir 35 Mitglieder und Gäste begrüßen konnten.
Ziel war das Leopold-Figl-Observatorium (IAU code 562) auf dem Mitterschöpfl (882 m), einem Nebengipfel des Schöpfl (893 m), der höchsten Erhebung im Wienerwald. Gelegen in der Kernzone des Biosphärenparks Wienerwald, ist dieses nur zu Fuß erreichbar.
Treffpunkt war in St. Corona am Schöpfl. Nach einer etwas mehr als 1-stündigen Wanderung bei bestem Wetter und Sonnenschein erreichten war das Sternwartegelände.
Die Sternwarte ist eine Außenstelle der von 1874 – 1880 erbauten historischen Universitätssternwarte, die mit dem 10,5 m langen Refraktor das größte Linsenteleskop Österreichs beherbergt (weltweit das 7.-größte).
Betrieben vom Institut für Astrophysik der Universität Wien, wurde das Observatorium auf Betreiben des damaligen niederösterreichischen Landeshauptmanns Leopold Figl (gest. 1965) der Universität Wien anlässlich ihres 600-jährigen Jubiläums im Jahr 1965 vom Land Niederösterreich geschenkt.
Saubere Luft, möglichst geringe Lichtverschmutzung und möglichst viele klare, trockene Nächte (keine Zirren, Luftfeuchtigkeit max. 80 %), zusätzlich die Nähe zum Institut, waren die Kriterien für die Standortwahl, um wissenschaftlich verwertbare Daten zu erhalten.
Die Grundsteinlegung erfolgte am 13.09.1966, die offizielle Einweihung und Eröffnung am 25.09.1969. Seit 1970 wird es für astronomische Forschung genutzt. Aus organisatorischen Gründen wurden die ersten wissenschaftlich verwertbaren Fotoplatten erst im Dezember 1970 belichtet.
Der Observatoriumskomplex besteht aus zwei Gebäuden.
Das Hauptgebäude beherbergt das 1,5m Ritchey-Chretien-Cassegrain-Spiegelteleskop mit einem Hauptspiegeldurchmesser von 1,52 m und einer Brennweite von 12,5 m; der Durchmesser des Sekundärspiegels beträgt 0,52 m.
Mit einem Gesamtgewicht von 24 t ist es das größte Teleskop Österreichs, das Fernrohr selbst wiegt 23 Tonnen. Seit 1996 werden die Bilder digital mit dem OEFOSC (Oesterreich Faint Object Spectrograph and Camera) gewonnen. Imaging, Photometrie und Spektroskopie können ohne Gerätewechsel am Teleskop durchgeführt werden.
Ein am Institut für Astrophysik entwickeltes modernes Kontrollsystem ermöglicht eine Fernsteuerung der Teleskopfunktionen über eine Internetverbindung – seit 2010 von Wien aus per Computer steuerbar, können astronomische Beobachtungen flexibel ortsunabhängig durchgeführt werden.
Das Teleskop ist auch für die Beobachtung im Cassegrain- oder Coudé-Fokus (22,5 m bzw. 45 m Brennweite) ausgelegt, der Coudé-Strahlengang wurde aber aus finanziellen Gründen nie realisiert.
Des Weiteren ist in diesem Gebäude neben Labors und Werkstatträumen auch die Hochvakuumanlage zur Aluminisierung von optischen Gläsern bis zu einem Durchmesser von 1,5m untergebracht.

Im kleineren Gebäude befindet sich ein 0,6m Ritchey-Chretien-Spiegelteleskop mit 5 m Brennweite, das von den Mitarbeitern der Werkstatt der Universitätssternwarte Wien (unter der Leitung von Rudolf Pressberger) gebaut wurde. Der Durchmesser des Sekundärspiegels beträgt 0,20 m, das Gesamt-Gewicht 2,2 to.

Das Observatorium dient der praktischen Ausbildung von Astronomiestudenten und wissenschaftlichen Langzeitprojekten.
Die Teleskope werden für Forschungsprogramme im Bereich der beobachtungsorientierten Astrophysik verwendet. Schwerpunkt sind Langzeitprogramme, deren zeitliche Anforderungen an Großobservatorien nicht erfüllt werden können.
Ein Schwerpunkt sind dabei transiente Objekte im Universum, die im Rahmen von Langzeitprogrammen studiert werden. Diese Forschungsprojekte werden zum überwiegenden Teil im Rahmen von internationalen Kooperationen durchgeführt.
Darüber hinaus werden die Teleskope auch von StudentInnen im Rahmen von Pflichtlehrveranstaltungen des Astronomiestudiums an der Universität Wien genutzt und Praktika durchgeführt.

Unser besonderer Dank gilt ao. Univ.-Prof. Dr. Werner Zeilinger, der einerseits einige Teilnehmer per Auto hinaufführte, uns aber auch etwa 2 Stunden lang durch die Sternwarte führte und geschichtliche Informationen gab, Einrichtungen des Observatoriums erklärte und Funktion, Steuerung und Betrieb vorführte.

Nach dieser Führung machten wir uns auf den Rückweg.
Den Tag ließen wir mit einem Mittagessen und gemeinsamen Gesprächen im Gasthaus St. Corona am Schöpfl ausklingen.

PI WS Modul 3 am 5. Mai 2018

PixInsight Workshop Modul 3 am 5. Mai 2018

 

 

Fotografin und copyright: Gabriele Gegenbauer

Vereinsabend April 2018

Nachlese

Vereinsabend

Freitag, 13.04.2018

Freitag, 13.04.2018 – NEUMOND!
Was liegt da näher, nach diesem Winter die sternklaren Nächte für Himmelsbeobachtung auszunutzen – die Sternwarte wurde in der letzten Woche, so auch an diesem Tag, von unseren Mitgliedern sehr intensiv genutzt.

Knapp 20 Mitgliedern konnten wir an diesem Vereinsabend begrüßen.

Unser Mitglied Walter Primik stellte zunächst seine Sternwarte und danach die darin gewonnenen Astroaufnahmen vor. Während seines Astronomiestudiums verbrachte er zahlreiche Nächte mit Beobachtungen auf dem Leopold-Figl-Observatorium, wo er Anfang der 1970-er-Jahre für seine Doktorarbeit über die Feststellung der Radialgeschwindigkeit des Offenen Sternhaufen der Hyaden mittels Spektralanalyse geforscht hat.

Nach Studienabschluss wandte er sich beruflich einem anderen Aufgabenbereich zu, blieb aber der Astronomie stets verbunden, wiederkehrende Reisen zu Sternwarten rund um den Globus begeistern ihn noch heute.

Mitte der 1990-er-Jahre erwarb er ein Grundstück, auf dem zunächst eine Schiebehütte errichtet wurde, der eine 2,4-m-Kuppel und später ein Arbeitsraum folgte, eine weitere Kuppel ist angedacht. Gelegen in einem Gebiet zwischen Westautobahn A1 und der Westbahn, schützt eine Hecke vor allzu viel Lichteinflüssen, durch Siedlungstätigkeit und zunehmende Industrialisierung ist Lichtverschmutzung Thema.

War astrofotografisch zunächst der Mond mit seinen Kratern und Rillen (Rimae) seine erste Leidenschaft, wandte er sich später den 338 Objekten des Arp-Katalogs (Atlas of Peculiar Galaxies) zu, der von Halton Arp in den 1960ern zusammengestellt und 1966 veröffentlicht wurde. Mit dem 5-Meter-Teleskop des Mount-Palomar-Observatoriums nahm Arp unter guten Beobachtungsbedingungen 338 Galaxien ungewöhnlichen Aussehens im blauen Spektralbereich auf.

LPO (Little Palomar Observatory) ist der Name seiner Sternwarte, nicht „pretty pictures“, sondern annähernd 500 wechselwirkende Galaxien und Deep-Sky-Objekte mit Entfernungen von einigen 100 Mio Lichtjahren hat Walter Primik in den letzten 15 Jahren aufgenommen.

In der Website https://www.flickr.com/photos/154355202@N05 kann eine repräsentative Auswahl dieser Fotos abgerufen werden.

18 Mitglieder nahmen im März an einer Führung durch den Atomreaktor der TU Wien teil.

Am 06.05.2018 führt uns der Vereinsausflug mit einer Wanderung zum Leopold-Figl-Observatorium des Instituts für Astrophysik auf den Mitterschöpfl; dieses ist auch von unserem Sternwartegelände aus zu sehen.

Für den geplanten Ausbau des Sternwartegeländes und für die Errichtung zusätzlicher Teleskopplattformen und Aufbewahrungsboxen für Teleskope wurden zunächst die Pachtverträge abgeschlossen und der Antrag auf Geländeumwidmung bei der Marktgemeinde Michelbach eingereicht.

Da wegen der Einspruchsfristen für die Genehmigung der Geländeumwidmung etwa ein Zeitraum von mindestens 6 Monaten realistisch erscheint, ist mit einem Baubeginn frühestens im 4. Quartal 2018 zu rechnen.

In einer Aussendung in den nächsten Tagen über die ANTARES-E-Mail-Foren wird über den aktuellen Planungsstand dieses Projekts informiert.

„Die Entstehung unseres Sonnensystems“, das war das Thema des Vortrags des ANTARES-Mitglieds Mag. Norbert Zeitlinger. Norbert, begeisterter Amateurfunker und Hobbyhistoriker, studierte Astronomie und technische Physik in Wien und ist seit über zwanzig Jahren in der Volksbildung tätig (Semesterkurse an der Kuffner Sternwarte und der Urania, Jahresvorschau im Planetarium, u.a.). Im Zuge seines Werdegangs bot sich ihm die Gelegenheit, Himmelsbeobachtungen mit Großteleskopen durchzuführen. Hauptberuflich arbeitet Norbert Zeitlinger bei der Wien IT als Leiter des Competence Centers „Service Operation“.

Alle Planeten unseres Sonnensystems wurden mittlerweile von Raumsonden erforscht, etwa 4000 extrasolare Planeten bei mehr als 2500 Sternen konnten seit rund 20 Jahren in unserer Milchstraße nachgewiesen werden, darunter Gasriesen und Planeten mit vermuteter habitabler Zone. Aus diesen Forschungsergebnissen konnten in den letzten Jahren zahlreiche neue Erkenntnisse zur, die ein immer vollständigeres Bild zur Entstehung unseres Sonnensystems geben, gewonnen werden.

Ein bis zwei Supernovaexplosionen von Vorgängersternen lieferten die Baustoffe, aus denen sich unsere Sonne mit der zunächst protoplanetaren Scheibe bildete, in der sich vorerst in einer chaotischen Phase die Planetesimale und daraus die Planeten und Monde bildeten; aus den schweren Stoffen nahe der Sonne die inneren Gesteinsplaneten, weiter außen aus den flüchtigeren Materialien die Gasplaneten, die aber möglicherweise auch einen festen Kern haben.

Vor etwa 10 Jahren als Nizza-Modell bekannt geworden, sollen die äußeren Planeten Neptun und Uranus ihre Position getauscht haben, Neptun wurde der äußerste Planet. Modellrechnungen legen jedoch den Schluss nahe, dass ein weiterer Planet beteilig war, der aus diesem Planetenverband hinausgeschleudert wurde; der vermutete 10. Planet, Nemesis, irgendwo im Kuipergürtel oder in der Oort’schen Wolke – dies alles ist Spekulation.

Exogasplaneten, näher ihrem Stern als vergleichbare in unserem Sonnensystem, gebundene Rotation von habitablen Planeten, Norbert fasste im Zuge seines Vortrages Altbekanntes kurz zusammen und ging auf einige ausgewählte neue Aspekte ein.

Mit persönlichen Plaudereien, Austausch über astronomische Themen, Bemerkungen zu den neuesten Astrofotos und der neu errichteten, in Stahlkonstruktion ausgeführten Stiegenanlage zum Radioteleskop endete dieser Abend.

Vorschau

ANTARES Vereinsabend

Freitag, 11.05.2018

Gasthof Leo GRAF
Bahnhofplatz Süd-7
3100 St.Pölten

Treffen ab 18:00 h
19:00 h Begrüßung, Vereinsnachrichten
19:30 h Franz Klauser
ANTARES-Mitglied; Astrofotograf
ABELL, ARP, HICKSON und Co – die Kataloge der Galaxienhaufen

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